Rheinpfalz Bedürfnisse im Dorf erkennen und decken

In Geiselberg wird derzeit die Bürgerstiftung gegründet, die das Leben in der Gemeinde auch in Zukunft auf vielfältige Weise leb
In Geiselberg wird derzeit die Bürgerstiftung gegründet, die das Leben in der Gemeinde auch in Zukunft auf vielfältige Weise lebenswert machen will. Weil die Gründung einer Bürgerstiftung komplex ist, hat sich die Gemeinde, hier vertreten durch Bürgermeister Georg Spieß, administrative professionelle Hilfe geholt und ist Partnerstiftung der Bürgerstiftung Pfalz, hier vertreten durch deren Vorsitzende Christiane Steinmetz.

Die Idee der Bürgerstiftung, in der sich Menschen in finanzieller und ideeller Weise einbringen können, besteht in Geiselberg schon geraume Zeit. Die Stiftung soll die Zukunft des gemeindlichen und gemeinschaftlichen Lebens im Ort sicherstellen. Am Samstag erfolgt der nächste konkrete Schritt der zurzeit in Gründung befindlichen Stiftung: Der Gründerkreis findet sich zusammen (16 Uhr, Gemeindehaus).

„Die Bürgerstiftung ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance für die Zukunft der Gemeinde, für das zukünftige gemeinschaftliche Leben im Dorf“, sagt die Beigeordnete Marika Vatter, die engagiert hinter dieser Idee steht. Der gesellschaftliche Wandel, die veränderte Demografie „macht es unabdingbar, dass wir neue Wege gehen, um auch in Zukunft in einer Gemeinde zu leben, in der Menschen jeden Alters gerne leben“, sagt Vatter. In den vergangenen Jahrzehnten seien es vor allem die Vereine gewesen, die das möglich gemacht hätten. Dass sich die Menschen immer weniger in Vereine einbringen, sich nicht langfristig an einen Verein binden wollen, der sie zu regelmäßigen Terminen verpflichtet, dass Menschen eher bereit sind, sich projektbezogen zu engagieren, „das ist eine Entwicklung, die es zu akzeptieren gilt“, sagt Vatter. Dafür brauche es auch Strukturen. Die könne die Bürgerstiftung bieten, weil sie es jedem Menschen ermögliche, sich „so einzubringen, wie er will und kann“. Mit Geld, mit Zeit, mit Ideen, mit Kontakten. Mit dem Wegbrechen der Vereinsstrukturen sind schon Dinge verschwunden, die das Leben im Dorf bereicherten. Andere stehen dadurch, obwohl es manchem möglicherweise nicht bewusst ist, in Zukunft in Frage. Beispiel Dorffest, das von den Vereinen getragen wird. „Es gibt viele Ansatzpunkte, über die sich die Bürger Gedanken machen können, vielleicht auch müssen“, sagt Bürgermeister Georg Spieß. Weil die Gründung einer Bürgerstiftung eine Herausforderung ist, geht Geiselberg den Weg nicht alleine und wurde Partnerstiftung der Bürgerstiftung Pfalz. Die stellt ihr Wissen und ihre Strukturen bereit, um die Bürgerstiftung in Geiselberg auf dem Weg so lange zu begleiten, bis diese richtig läuft. „Für uns ist es ideal, dass jemand da ist, der so viel Fachwissen und auch personelle Hilfe einbringt“, hebt Spieß die Vorteile der Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung hervor. „Bei allen Stiftungen braucht es Geduld und Durchhaltevermögen“, sagt Christiane Steinmetz, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Pfalz, die im Juni interessierten Bürgern in Geiselberg Einblick in die Arbeit gab. Wichtig sei, dass sich die Menschen mit ihrem Dorf identifizieren. „Es wird im Prinzip das Landleben 2.0 ermöglicht werden“, sagt Steinmetz lachend. Ihr Rat lautet: klein anfangen, sich nicht verzetteln, Zug um Zug wachsen. Das wird in Geiselberg beherzigt. Die Bürgerstiftung in Gründung übernimmt federführend bereits das Thema Geiselberger Advent inklusive Kinder-Musical und Adventsfensteraktion. Für Steinmetz ein guter Weg. Auch andere Partnerstiftungen fingen klein an, mit kulturellen Veranstaltungen, Lernpaten-Projekten, Betreuung von Streuobstwiesen. Daraus haben sich immer größere Projekte entwickelt. Wichtig sei es, bei der Stiftungarbeit zu erkennen, welche Chancen es im Dorf gebe, auch welche Bedürfnisse, die anderweitig, zum Beispiel über den Staat, nicht mehr gedeckt werden.

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