Rheinpfalz Bürger nicken Bau einer neuen Kindertagesstätte ab

Die neue Kita, angrenzend an die Grundschule, nimmt Gestalt an. Die Fassade ist bereits gestrichen. Weiß ist die Grundfarbe, die Fenstereinfassungen erstrahlen in hellen und dunklen Grüntönen. Derzeit wird die neue Zufahrt über den unteren Schulhof hergestellt. Bis zum neuen Schuljahr in 14 Tagen soll der Weg fertiggestellt sein. „Wir liegen gut im Zeitplan“, verkündet Ortsbürgermeisterin Barbara Schenk auf RHEINPFALZ-Anfrage.
In der Tat erfolgte die Umsetzung des Grundsatzbeschlusses zum Neubau vom 26. April 2012 sehr zügig. Nachdem die Kirche die Trägerschaft des alten Kindergartens abgab, entschied sich die Gemeinde mit Beschluss vom 9. Februar 2012 zur Übernahme der Trägerschaft ab August 2012. Der wohl entscheidende Grund, weshalb die Kirche lieber verzichtete, lag auf der Hand: Sie hätte nämlich Geld in die Hand nehmen müssen. Geld für die dringend notwendige Sanierung des Gebäudes, damit es die heutigen Standards an eine Kita erfüllt. Damit hatte sich fortan die Ortsgemeinde auseinanderzusetzen und sie tat es und zwar zeitnah. Das Kaiserslauterer Ingenieurbüro „Er+R“ stellte die Kosten einer Sanierung des 57 Jahre alten Gebäudes denen eines Neubaus gegenüber. Nach einer Begehung befand Planer Martin Reitemeier in der Ratssitzung im April 2012: „Das bestehende Gebäude ist schlecht geeignet für die Verwendung als Kita.“ Nach kontroversen Diskussionen zwischen CDU-Opposition und der FWG-Ratsmehrheit, vor allem über die Kosten von 926.000 Euro und den zu erwartenden Gemeindeanteil von einer halben Million Euro, sprach sich der Rat schließlich für den Neubau, wie jetzt umgesetzt, angrenzend an die Grundschule, aus. „Uns muss klar sein, dass unsere Kinder noch für den Kindergarten bezahlen werden“, meinte damals CDU-Ratsmitglied Peter Buchmann und Dietmar Kuhn (CDU) stellte die Frage in den Raum: „Wie kann man denn überhaupt tilgen, ohne über Guthaben zu verfügen?“ Die allermeisten Anwesenden einer am 16. April 2013 einberufenen Einwohnerversammlung hatten sich jedoch für den Neubau ausgesprochen. Letztlich votierte auch die CDU, nachdem das Votum der anwesenden Bürger so deutlich für einen Neubau ausfiel, für das Vorhaben. Die bis dahin bestehenden Anträge, vom Baustopp bis zur gemeinsamen Nutzung des Grundschulgebäudes auch für die Kita, wurden zurückgenommen. Nachdem die Formalien, wie Ausschreibung und haushaltstechnische Umsetzungen abgearbeitet waren, begannen die Arbeiten im Dezember 2013 mit dem Gießen der Bodenplatte und schritten zügig voran. Das Gebäude ist inzwischen fast fertiggestellt. Derzeit werden die Elektroinstallationen vorgenommen, nachdem bereits die Fußbodenheizung verlegt und der Estrich eingelassen ist. „Vergangene Woche haben wir die Arbeiten für die Herstellung des Außengeländes ausgeschrieben“, erklärte Schenk. Künftig werden sich die Kitakinder und die Grundschüler den nicht verbauten Teil des rund 725 Quadratmeter großen unteren Schulhofes teilen. Hier werden dann Spielgeräte aufgestellt. Weder Eltern noch Kreisjugendamt haben Bedenken gegen eine gemeinsame Nutzung des Schulhofes geltend gemacht, informierte Schenk in der jüngsten Ratssitzung vom 31. Juli. Die Daniel-Theysohn-Stiftung hat dafür einen Zuschuss von 15.000 Euro zugesagt. Die Kosten für die Inneneinrichtung dürften sich um rund 100.000 Euro bewegen, informierte Schenk. Wenn alles glatt läuft, dann steht zum Jahresende der Umzug in die neue Kita an. (elim)