Rheinpfalz Anfeindungen im Neubaugebiet

Seit einigen Wochen prangt das Wort „Arsch“ an der Garagentür eines Hauses in Offenbach.
Seit einigen Wochen prangt das Wort »Arsch« an der Garagentür eines Hauses in Offenbach.

«Offenbach.» Eigentlich ist der Bauherr zufrieden. Mit dem Bau seines Eigenheims in Offenbach geht es voran. Im Sommer soll es fertig sein. Dann möchte er mit seiner Frau einziehen. Die Freude über den Umzug von Billigheim nach Offenbach ist aber getrübt. Ein Unbekannter hat sein Haus zweimal mit Beschimpfungen besprüht. „Meine Frau ist verletzt, mich nimmt das auch mit.“ „Arsch“ prangt derzeit in roten Lettern an der Garagentür. „Das ist Anfang Dezember passiert, die Farbe ist leider nicht mehr wegzubekommen, sodass die Garagentür ausgetauscht werden muss“, berichtet der Mann, der seinen Namen nicht preisgeben möchte. Höhe des Schadens: rund 1500 Euro. Vor wenigen Tagen entdeckte er eine neue Schmiererei. Er geht davon aus, dass derselbe Täter wieder zugeschlagen hat. Dieses Mal sprühte er „Idiot“ auf die Glasfront, die zur Terrasse führt. „Eine Nachbarin hat mich frühzeitig darüber verständigt. Die Farbe war noch nicht getrocknet, sodass ich sie dieses Mal noch habe entfernen lassen können.“ 8000 Euro hätte es gekostet, die Schiebetüren zu ersetzen. Der materielle Schaden konnte verhindert werden, geblieben sind allerdings die seelischen Belastungen. „Es ist schon sehr verletzend, was hier begangen wurde“, sagt der pensionierte Personalmanager. Die Vorfälle hätten eine Vorgeschichte. „Während der Bauarbeiten wurden meine Arbeitsklamotten, die ich in der Garage abgelegt hatte, mehrmals in die Wassertonne geworfen.“ Ein anderes Mal sei der Wasserhahn aufgedreht und der Keller geflutet worden. „Ich war zwei Tage damit beschäftigt, das Wasser aus dem Keller zu pumpen“, erzählt der Bauherr, der das Ganze zunächst für einen Jux hielt. „Merkwürdig war nur, dass weder Getränke angerührt wurden, die ich für die Handwerker in der Garage gelagert hatte, noch teures Werkzeug gestohlen wurde.“ Spätestens seit den Anfeindungen ist er überzeugt, dass es jemand auf ihn abgesehen hat. Wer? Wieso? Diese Fragen könne er nicht beantworten. Dass es sich bei dem Täter wohl um einen Mann handelt, das bezeugen Videosequenzen. Die Aufnahmen, die einen großen, mit Kappe und Sonnenbrille vermummten Mann zeigen, stammen von Überwachungskameras. Diese ließ der Geschädigte wenige Tage nach der ersten Schmiererei an seinem Haus installieren. „Ich hatte aber bereits vor dem Vorfall geplant, die Geräte anzuschaffen“, berichtet er. In seinem jetzigen Wohnhaus in Billigheim sei bereits zweimal eingebrochen worden. Dass er und seine Frau Billigheim verlassen, habe aber andere Gründe. „Wir wollten in einen Ort ziehen, wo eine bessere Infrastruktur gegeben ist.“ Wo es Geschäfte und kulturelle Angebote gibt. „Zudem wollten wir in ein altersgerechtes Wohnhaus ziehen.“ Die beiden Söhne wohnen weiter weg; einer lebt in den USA, der andere in der Nähe von Heilbronn. Wenn er schon im stolzen Alter von 69 Jahren umziehe, dann müsse es auch ein barrierefreies Haus sein. Die Wahl fiel auf Offenbach. Zum einen habe er durch seine Mitgliedschaft im dortigen Radsportverein einen Freundeskreis, zum anderen habe er durch Kontakte einen Bauplatz im Neubaugebiet erwerben können. Der Mann hofft, dass der Täter gefasst wird, damit er und seine Frau zur Ruhe kommen können. War die erste Anzeige im Dezember noch von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden, weil kein Täter ermittelt werden konnte, hofft er, mit der zweiten wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs mehr Erfolg zu haben. Auch dank der Videoaufnahmen. Die Polizei teilt auf Anfrage mit, die Ermittlungen liefen. Der Bauherr hofft auch auf Unterstützung aus der Bevölkerung. „Ich bin dankbar für Hinweise. Ich habe auch 1000 Euro Belohnung ausgesetzt.“

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