Rheinpfalz All-Inclusive-Paket für Raubtiere

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Es ist 20 Jahre her, dass die Verantwortlichen im Neunkircher Zoo ein Konzept zur Modernisierung und schrittweisen Verwirklichung einer zeitgemäßen, artgerechten Tierhaltung erstellten. Jüngstes Zeugnis der Erneuerung ist die neue Raubtieranlage für 1,7 Millionen Euro, in der man seit gestern ein Schneeleoparden-Pärchen, die Braunbären Lars und Ulla-Sophie sowie asiatische Rothunde besichtigen kann.

Im neuen Rothundwald muss man im Moment noch etwas genauer hinschauen, bis man das weibliche Tier entdeckt, das das Gehege bereits bezogen hat. Übers Pfingst-Wochenende sollen noch drei Rüden ihren Weg aus dem britischen Canterbury ins Saarland finden. „Ich nenne diese Tiere ,Dschungelwölfe’“, sagt der Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch: „Rothunde, bekannt aus Rudyard Kiplings ,Dschungelbuch’, springen ins Wasser, können tauchen und schwimmen. All dies kann man hier im neuen Gehege hervorragend beobachten. Vermutlich haben wir in Neunkirchen die größte Rothund-Anlage Europas gebaut.“ In der Nähe des Elefantenhauses – dort, wo sich zuletzt der große Bärenkäfig befand –, wurde in den vergangenen Monaten auf gut 6000 Quadratmetern Fläche der neue gemeinsame Gehege-Komplex für Braunbären, Rothunde und sibirische Schneeleoparden angelegt. Optische Akzente setzen künstliche Felsen, zwei Besuchergrotten, fünf Wasserbecken, Flüsschen sowie acht dicke Panzerglasscheiben, mit deren Hilfe die Zoogäste den Raubtieren gefahrlos auf die Pelle rücken können. „Früher hatte unser Bären-Pärchen gerade mal 450 Quadratmeter Platz“, erläutert Direktor Fritsch: „Jetzt finden Lars und Ulla-Sophie hier 2400 Quadratmeter vor. Das ist mehr als das Fünffache. Es gibt für sie nun genug Raum, um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Jeder Bär hat seinen eigenen Swimmingpool. Das ist ein regelrechter All-Inclusive-Aufenthalt; so was haben viele von uns Menschen daheim nicht.“ Für die Zukunft planen die Zoo-Verantwortlichen, hier asiatische Kragenbären anzusiedeln. Über Schiebetüren können das Bären- und das Rothund-Gehege bei Bedarf miteinander verbunden werden; beide Tierarten scheinen sich miteinander gut zu vertragen. Dies sieht bei Sagar und Eloisa, den beiden bildschönen sibirischen Schneeleoparden, derzeit noch ein wenig anders aus. „Vorerst halten wir die Leoparden noch voneinander getrennt“, erläutert der Zoodirektor: „Eloisa faucht Sagar ziemlich bedrohlich an. Wir wollen mal die Paarungszeit im Herbst abwarten. Vielleicht geht dann ja was bei den beiden.“ Von den 1,7 Millionen Euro, die die neue Großanlage kostet, bezahlt allein die Stadt Neunkirchen eine Million. Den Rest teilen sich die örtliche Zoo-GmbH und das Saarland. Ziel des Neubaus ist es für Norbert Fritsch einerseits, den Zoo für Besucher noch attraktiver zu machen. Vor allem jedoch gelte es den Standard der Tierhaltung zu verbessern: „Unsere Tiere sollen sich wohlfühlen und hier die richtigen Bedingungen vorfinden, um Nachwuchs in die Welt zu setzen. Immerhin sind wir Partner in mehreren internationalen Zuchtprogrammen zur Erhaltung bedrohter Arten.“

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