Rheinpfalz 20 bis 25 Euro mehr im Jahr fürs Abwasser
Die Bewohner der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben sollen ab 2017 pro Jahr 20 bis 25 Euro mehr fürs Abwasser bezahlen. Der Werksausschuss empfahl am Donnerstag, die Abwassergebühren zu erhöhen. Ende Januar entscheidet der Verbandsgemeinderat.
Der Kubikmeter Schmutzwasser soll künftig 3,41 Euro kosten, zehn Cent mehr als bisher. Dazu soll der wiederkehrende Beitrag je Quadratmeter beitragspflichtiger Fläche um vier Cent steigen. Für die Bürger der früheren Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen – außer Maßweiler und Reifenberg – soll auch der wiederkehrende Beitrag beim Trinkwasser um einen auf zehn Cent pro Quadratmeter steigen. Für das Durchschnittsgrundstück in der Verbandsgemeinde, das 950 Quadratmeter groß sei, bedeute die Preiserhöhung beim Abwasser eine jährliche Mehrbelastung von 23,45 Euro oder sieben Prozent, rechnete Werkleiter Joachim Becker vor. Trotz der Gebührenerhöhung wird im Kanalwerk ein Verlust von 170.000 Euro ausgewiesen. Für die Gemeinden der früheren Verbandsgemeinde Wallhalben, die ein kostengünstiges Darlehen bei den Werken aufgenommen haben, bedeutet der Verlust, dass umgeschuldet werden muss. Rechtlich sei es nicht möglich, Verluste zu fahren und gleichzeitig Kredite zu vergeben, erläuterte Becker. Angesichts der Niedrigzinsphase bereite dies den Gemeinden keine Probleme. Die Werke gehen weiter von einer jährlichen Abwassermenge von 645.000 Kubikmeter aus. Die Fläche, um den wiederkehrenden Beitrag zu berechnen, wird auf 2,85 Millionen Quadratmeter korrigiert. Grund sind beschlossene Satzungsänderungen, die eine Tiefenbegrenzung auf 40 Meter vorsehen. Das habe sich gar nicht so sehr bemerkbar gemacht, sagte Becker auf Nachfrage. Bei der Neuberechnung der Fläche stellte sich heraus, dass in den vergangenen Jahren der Anfang der 2000er Jahre umgelegte Gewerbepark Höhfröschen nicht für wiederkehrende Beiträge veranlagt worden war. Zumindest nicht die Grundstücke, die sich in Besitz der Entwicklungs- und Wirtschaftsfördergesellschaft der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen befanden (dahinter stehen neben der früheren Verbandsgemeinde selbst alle Orte der früheren Verbandsgemeinde). Diese Kosten waren von den übrigen Beitragszahlern mitbezahlt worden. Vier Jahre zurück könne nachberechnet werden, sagte Becker. Klarheit würden sich die Werke – „alle Werke im Land“, so Becker – bei der Frage der künftigen Klärschlammbehandlung wünschen. Die Werke würden nach wie vor die günstigste Lösung fahren, die beinhalte, dass ein Großteil des Klärschlamms von den Landwirten auf den Feldern ausgebracht wird. Von übergeordneten Stellen, bis hoch zu EU, war immer wieder angekündigt worden, dass dies künftig nicht mehr möglich sein werde und Klärschlamm verbrannt werden müsse. Die frühere Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen hat zur Klärschlammentwässerung eine Klärschlammvererdungsanlage gebaut. Für die ehemalige VG Wallhalben wird, wenn Klarheit von oben besteht, eine Lösung gesucht. Geld dafür ist eingestellt. Wo in den verschiedenen Ortsgemeinden Straßenbaumaßnahmen anstehen, wird der Kanal erneuert. Größte Investition könnte das Neubaugebiet „Rübenberg“ in Thaleischweiler-Fröschen werden, wo gerade die Umlegung läuft. Mit 1,9 Millionen Euro sind die Kanalarbeiten kalkuliert ist. Allerdings werden diese komplett über Beiträge finanziert. 830.000 Euro sind eingestellt, um die Kanalisation im Ortsteil Fröschen zu sanieren, und 500.000 Euro, um die energetische Sanierung der Kläranlage Schwarzbachtal bei Rieschweiler-Mühlbach voranzutreiben. Eine Studie der Uni Kaiserslautern hatte, wie berichtet, erhebliches Einsparpotenzial aufgezeigt. |add