Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Grasbahnrennen: Die Rose geht nach Finnland

Das Rennen um den Preis der Goldenen Rose der Stadt Zweibrücken gewann der Finne Henri Ahlborn.
Das Rennen um den Preis der Goldenen Rose der Stadt Zweibrücken gewann der Finne Henri Ahlborn.

Einer gewinnt die Gesamtwertung, der andere das wichtigste Rennen. Die beiden stärksten Fahrer beim Zweibrücker Grasbahnrennen teilen sich den Erfolg. Der Gesamtsieger wiederholt einen Triumph von vor 13 Jahren.

Stephan Katt aus Neuwittenbek bei Kiel und der Finne Henri Ahlbom waren die Gewinner und die beiden stärksten Fahrer beim 60. Zweibrücker ADAC-Grasbahnrennen am Sonntag. Der 44-jährige Norddeutsche siegte in der Gesamtwertung vor dem Finnen. Dieser revanchierte sich mit dem Gewinn der Silbernen Rose der Stadt Zweibrücken.

Für Katt hat sich somit der Verzicht auf die Teilnahme am Endlauf zur Grasbahn-Europameisterschaft am Samstagabend in Südfrankreich bezahlt gemacht. 2011 hatte er erstmals in Zweibrücken die Gesamtwertung gewonnen, nun wiederholte er 13 Jahre später den Erfolg. „Die Bahn war top, die Motorräder liefen top, es lang nur am mir. Und im Endeffekt war es ein rundum gelungener Tag“, bilanzierte er seinen Renntag.

Nur den Neustart verhauen

Katt, der eigentlich jedes Jahr in Zweibrücken fährt, hat in der Pfalz viele Fans, welche mit farbigen Nebelkerzen seinen Auftritt wie jedes Jahr feierten. Drei von vier Vorläufen gewann er souverän. Im dritten führte er ebenfalls, als dieser aber wegen eines Sturzes von Daniel Spiller abgebrochen wurde. „Beim Neustart hab ich den Start verhauen, dann kam ich nicht mehr vorne ran“, erklärte er Rang drei hinter Ahlbom und dem Niederländer Mark Beishuizen. Beishuizen wurde in der Gesamtwertung Dritter.

Gar nicht mit der Bahn kam Spiller aus Vilsheim zurecht. Zwar ging sein Sturz glimpflich aus. Er sammelte aber nur sechs Punkte, was am Ende nur Rang vier bedeutete. Zu wenig für die Ambitionen des nächstjährigen WM-Teilnehmer.

Erst Samstagabend eingetroffen

Im Sonderlauf um die Silberne Rose der Stadt Zweibrücken war dann der Finne Ahlbom nicht zu schlagen. „Henri war sauschnell. Wie sagt man so schön: der fliegende Finne. Den Start hat er perfekt erwischt, und auch während des Rennens hatte ich keine Chance mehr ranzukommen. Er war in diesem Lauf einfach besser: herzlichen Glückwunsch“, zeigte sich „Catmen“ Katt als fairer Verlierer.

Für Ahlbom hatte sich sein erster Start in der Rosenstadt Zweibrücken direkt gelohnt. Erst am Samstagabend war er aus Bremen angereist. Während des Rennens kam er von Lauf zu Lauf besser mit der Bahn zurecht. „Normal sind mir Sandbahnen lieber als Grasbahnen“, erklärte er. Und: „Die Bahn ist sehr anspruchsvoll. Ich habe etwas gebraucht, um richtig reinzukommen. Dass ich gleich die Silberne Rose gewonnen habe, ist natürlich eine tolle Sache“, freute sich der 27-jährige Langbahn-WM-Teilnehmer aus dem finnischen Jokioinen.

Dominanz bei den Seitenwagen

Durch den Sturz und das Karriereende des Tschechen Josef Franc ist er in dieser Saison als erster Nachrücker ständiger WM-Teilnehmer. Nächstes Wochenende geht es nach Marmande in Südfrankreich zum zweiten WM-Lauf des Jahres. „Wahnsinn, was Henri im letzten Rennen gezeigt hat, da hatte ja keiner eine Chance“, war auch der Rennleiter des MSC Zweibrücken, Andreas Rauch, verblüfft.

Die stark besetzte internationale Seitenwagenklasse gewann das Duo Markus Venus/Markus Eibl aus Pfarrkirchen und Dietersburg mit der maximalen Punktzahl. Vier Rennen, vier Siege. Auch die starken Briten Mitch Godden und Paul Smith hatten den Bayern nichts entgegenzusetzen. Dritter wurden Manuel Meier und Lena Siebert (Gengenbach/Melsungen). Sie profitierten von der Disqualifikation des Duos Markus Brandhofer/Sandra Mollema im zweiten Vorlauf, als sie die Bahn verließen und ihr zweiter Platz gestrichen werden musste. Sie wurden am Ende Vierte.

x