Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Mannheimer Legenden erinnern sich an Ladislav Olejnik

Ladislav Olejnik hinter Bande – ein Bild von 1988.
Ladislav Olejnik hinter Bande – ein Bild von 1988.

Als Eishockey-Reporter bin ich (52) Ladislav Olejnik in Mannheim nie begegnet, das war vor meiner Zeit. Aber als junger Stehplatz-Zuschauer in den 80er Jahren im Eisstadion im Friedrichspark dachte ich über der Mann hinter der Bande des MERC immer: Er hat ein ernstes, aber freundliches Gesicht. Was sich durchaus mit der Charakterisierung eines langjährigen Wegbegleiters deckt. „Olejnik hat das Eishockey leidenschaftlich gelebt – und er hat für seine Spieler leidenschaftlich gelebt“, erinnert sich die Mannheimer Legende Harold Kreis im RHEINPFALZ-Gespräch: „Er war fürsorglich und empathisch.“

„Der beste Trainer meiner aktiven Zeit“

Vom Tod seines ehemaligen Trainers erfuhr Kreis bereits vergangene Woche, am Montagabend vermeldeten die Adler Mannheim, dass Olejnik im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Zwei Tage nach dem Tod von Peter Ascherl (68), Mitglied der Mannheimer Meistermannschaft 1980. Harold Kreis (63), der im Frühjahr seine in Kanada lebende Mutter verlor, nehmen diese Verluste in einem kurzen Zeitraum sehr mit. Ebenso wie einen anderen Wegbegleiter Olejniks und Ascherls. „Ladislav war eishockeyverrückt und wohl der beste Trainer, den ich zu aktiven Zeiten hatte“, sagt Marcus Kuhl (66), heute Sportlicher Leiter des Adler-Leistungszentrums. „Er war seiner Zeit voraus“, erinnert sich Kuhl an akribisch geplante und anspruchsvolle Trainingseinheiten.

Geburtstagsgeschenke für die Spieler

Und trotz – oder gerade wegen – aller Leidenschaft für seinen Sport lag Olejnik das Wohl der Spieler und auch deren Familien immer am Herzen. „An den Geburtstagen gab es kleine Geschenke, und mit den Familien hatte er immer Kontakt“, berichtet Harold Kreis.

„Der harte Hund aus Brünn“ wurde der gebürtige Tschechoslowake Olejnik genannt, der 1968 nach Deutschland kam und nach dem Karriereende 2005 bis zu seinem Tod in Bad Neuheim lebte. „Ich habe seine direkte, manchmal harte, aber immer faire Art gegenüber uns Spielern sehr geschätzt“, betont Kuhl.

Viermal Vizemeister mit dem MERC

Olejnik betreute den MERC mit einer Unterbrechung von 1980 bis 1989, führte die Mannschaft viermal zur Vizemeisterschaft. „Olli hat alles aus uns rausgeholt, zum letzten Schritt fehlten zwei oder drei Schlüsselspieler, die den Unterschied machen“, findet Kreis: „Er hat aber nie sein Wesen oder den Umgang mit dem Team geändert, um auf Teufel komm raus Meister zu werden.“ Künftig wird Kreis Coach der Schwenninger Wild Wings sein. Auch mit Blick auf seine Trainerkarriere sagt er über Olejnik: „Vielleicht ist es unbewusst, aber er hat er mich sehr geprägt.“

Spieler unter Olejnik: Harold Kreis.
Spieler unter Olejnik: Harold Kreis.
Mannheimer Eishockey-Legende: Marcus Kuhl.
Mannheimer Eishockey-Legende: Marcus Kuhl.
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