Meinung Zverev verliert Finale der Australian Open: Es reicht einfach nicht
Alexander Zverev muss also weiter auf seinen Titel bei einem der vier Grand-Slam-Turnier (Australian-, French- und US-Open sowie Wimbledon) warten. Am Sonntag verlor der Deutsche auch sein drittes Grand-Slam-Finale – nach 2020 in New York und 2024 in Paris. Aber so klar unterlegen wie am Sonntag gegen den Italiener Jannik Sinner war Zverev zuvor nie. Dabei hatte er vor wenigen Monaten seine Spielweise komplett analysiert und als Folge dessen umgekrempelt. Dennoch reicht es nicht für den ersten und so lange ersehnten Grand-Slam-Titel. Dabei ist Zverev durchaus als Persönlichkeit gereift. Das mag auch an dem früheren Ex-Regierungssprecher Béla Anda liegen, der Zverev berät.
Doch ein neues Image gewinnt keine Titel. In einem Grand-Slam-Endspiel spielt die mentale Stärke eine wichtige Rolle. Da scheint Zverev noch Nachholbedarf zu haben. In allen drei Finals scheiterte er in den wichtigen Momenten. Denn von seiner Qualität her, gehört Zverev zu den besten Tennisprofis der Welt. Das hat er bei seinem Olympiasieg in Tokio oder bei seinen Triumphen bei den ATP-Finals bewiesen. Ein Grand-Slam-Finale aber ist eine andere Bühne.
Die Niederlage am Sonntag gegen Sinner war verdient. Aber sie ist bitter für Zverev. Denn bei Sinner ist vor fast einem Jahr ein erhöhter Dopingwert des Steroids Clostebol festgestellt worden. Eigentlich hätte er gesperrt werden müssen. Seine Verhandlung soll nun im April stattfinden. Sinner hätte also erst gar nicht bei diesem Turnier spielen dürfen.
Zverev droht derweil das gleiche Schicksal wie einst Anna Kournikova. Die Russin wurde als Wunderkind gepriesen. Doch das, worauf es im Tennis ankommt, nämlich Grand-Slam-Titel, schaffte sie im Einzel nie. Noch hat Zverev die Chance, dieses Trauma abzuwenden, aber die Zeit läuft ihm davon.