Sport Zur Sache: Die Weltmeisterschaft wird finanziell ein Erfolg

Der Wunschzettel liegt auf dem Tisch. „Es ist klar, dass wir als erstes den sportlichen Erfolg wollen. Wir wollen über die Vorrunde in Berlin und die Unterstützung auch in Köln dann nach Hamburg kommen. Wer den Handball kennt, weiß, ab dem Halbfinale ist alles möglich. Das Halbfinale ist das Ziel“, sagte gestern Andreas Michelmann, der Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Der Verband will zudem auch die Chance nutzen, für die Sportart zu werben und verstärkt an junge Nachwuchssportler heranzukommen. „Da ist ja die Erfahrung: Nichts hilft so gut wie eine erfolgreiche Weltmeisterschaft im eigenen Land“, meinte Michelmann. Der DHB-Boss freute sich überdies, dass die Handballer durch das Spiel gegen die gemeinsame koreanische Mannschaft „ein ganz klein wenig an der Weltgeschichte mitdrehen. Die Einheit Koreas geht nur über die Einheit der Mannschaft, hat der koreanische Botschafter gesagt“, führte Michelmann aus. Die Idee mit der gemeinsamen Mannschaft Koreas hatte Handball-Weltverbands-Präsident Hassan Moustafa aus Ägypten. In der Stadt der früheren Mauer zwischen West und Ost ist die Botschaft klar. Viele Prominente sind heute vor Ort, darunter auch IOC-Präsident Thomas Bach und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober berichtete, dass gestern die Grenze von 500.000 verkauften Tickets gesprengt wurde. Alles in allem stehen hierzulande 540.000 Karten zur Verfügung. Selbst am Standort München, an dem die deutsche Mannschaft nicht agiert, wurden 70, 80 Prozent der Karten abgesetzt, berichte Andreas Michelmann. Die gemeinsamen Ausrichter Deutschland und Dänemark haben so bereits 850.000 Karten abgesetzt. Das ist WM-Rekord. Die bisherige Bestmarke von 750.000 WM-Zuschauern wurde 2007 in Deutschland erreicht, als die Mannschaft von Heiner Brand den WM-Titel gewann. Der Deutsche Handballbund kalkuliert mit einem Umsatz von 15 Millionen Euro. Allein an Hotelkosten kommen auf den DHB 1,5 Millionen Euro zu. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ erläuterte Schober, die deutschen Organisatoren würden mit einem Gewinn im siebenstelligen Bereich rechnen. Der Verlust aus der Heim-WM der Frauen im Jahr 2017 betrug 250.000 Euro. „Die Frauen-WM hat uns brutal geholfen bei der Organisation dieses Turnieres“, bemerkte der Vorstandsvorsitzende. Wie genau das Geld reinvestiert wird, konnte Schober gestern naturgemäß noch nicht verraten. „Man kann heute schon sagen, dass es die richtige Entscheidung war, in die vier großen Städte Berlin, Köln, Hamburg und München zu gehen“, betonte der DHB-Vize Bob Hanning. Vereinzelt gibt es noch Karten, informierte Mark Schober. Für das Spiel gegen Frankreich deren zehn. „Die kaufe ich Dir ab, dann ist das Spiel auch ausverkauft“, sagte Bob Hanning, im Hauptberuf Geschäftsführer der Füchse. „Gut, das Spiel ist dann auch ausverkauft. Aber über den Preis haben wir noch nicht gesprochen“, erwiderte Schober. Bei aller Anspannung – ein bisschen Lockerheit durfte es gestern dann auch sein.
