Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Wieder ein spätes Siegtor der Adler Mannheim gegen Wolfsburg

Ein Klasse-Tor: Borna Rendulic narrt Torwart Strahlmeier.
Ein Klasse-Tor: Borna Rendulic narrt Torwart Strahlmeier.

Späte Siegtore in Duellen mit den Grizzlys Wolfsburg sind die Spezialität der Adler Mannheim in dieser Eishockey-Saison. Am Sonntag gelang Jordan Szwarz 13,9 Sekunden vor Schluss der entscheidende Treffer zum 3:2 (0:0, 1:2, 2:0)-Erfolg.

„Eine nette kleine Serie“ nannte der Torschütze die nun drei Siege in Folge. „Wir sollten das Momentum nach Düsseldorf mitnehmen“, betonte Szwarz mit Blick aufs Auswärtsspiel am Dienstag bei der DEG. „So wie wir heute am Ende gespielt haben, müssen wir dort 60 Minuten spielen“, befand Markus Eisenschmid, der den auch schon späten 2:2-Ausgleich erzielt hatte. Und dann deutete er an, dass er einst als Schüler in Mathematik gut aufgepasst hat: „Wir dürfen keine Sinuskurven-Performance liefern.“

Schwierige Tage in Wolfsburg

Die Grizzlys könnten einem Leid tun, hatten sie doch im Hinspiel in Mannheim gar im allerletzten Moment verloren. Doch wie schnell der Sport – auch im Profibereich – zur Nebensache werden kann, zeigte sich in dieser Woche eben in Wolfsburg. Die Grizzlys beklagten am Dienstag einen unerwarteten und überaus berührenden Spielerabgang: Rhett Rakhshani, US-Amerikaner mit iranischen Wurzeln, beendete abrupt seine Karriere. Der 34-Jährige hatte die Nachricht einer schwerwiegenden Krankheit im engsten Familienkreis erhalten, der dreifache Vater kehrte in seine Heimat zurück. „Ein Riesenschock. In der Kabine standen da 25 Männer und fingen an zu weinen“, berichtete Teamkollege Gerrit Fauser von dem Moment, als Rakhshani die Mannschaft informierte. Und solche Geschichten schreibt der Sport eben auch: In seinem letzten Spiel, das er am Dienstag auf eigenen Wunsch noch absolvierte, gelangen Rakhshani seine letzten beiden Tore.

Ein tolles Rendulic-Tor

Natürlich ist dieses menschliche Drama noch Thema in Wolfsburg, mehr und mehr zeigt sich die Mannschaft auf dem Eis jedoch unbeeindruckt. Erst nach etwa fünf Minuten waren auch die Gäste im Spiel. Richtig zur Sache ging’s in der intensiven Partie aber erst nach der ersten Pause: Als der nach dieser Szene benommene und nicht mehr aufs Eis zurückkehrende Taro Jentzsch von Jordan Murray hart und vor allem regelwidrig in die Bande gerammt wurde, hatten die Adler eine lange Überzahl. Ihr erstes Tor fiel allerdings erst danach – dafür war’s eine Aktion zum Zungeschnalzen. „Ich wusste ja, dass ich von Ryan den Puck zurückbekomme“, kommentierte Borna Rendulic gewohnt schelmisch seinen Doppelpass mit MacInnis. Als dann noch ein Wolfsburger strauchelte, vernaschte der trickreiche Rendulic Grizzlys-Torwart Dustin Strahlmeier (9.).

Dumm nur aus Adler-Sicht, dass nach vergeblichem Versuch, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen, Wolfsburg durch Thomas Schinko prompt zum Ausgleich kam. Spencer Machacek erhöhte gar auf 2:1. Doch dann kamen Eisenschmid und Szwarz. Adler-Trainer Bill Stewart freute sich vor allem „für Eisi, der in Sachen Punkteproduktion eine schwierige Saison hat. Heute hat er ein wichtiges Tor für uns gemacht, das wird ihn hoffentlich beflügeln“.

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