Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich Patrick Groetzki bei Unterstützern bedankt

„Praktikant“ Patrick Groetzki machte als Metallbauer eine ausgesprochen gute Figur.
»Praktikant« Patrick Groetzki machte als Metallbauer eine ausgesprochen gute Figur.

Baggerfahren, Schweißen und viel mehr: Patrick Groetzki erfüllte sich in den vergangenen Tagen ein paar Wünsche kleiner Jungs. Der Handball-Profi der Rhein-Neckar Löwen machte die Jobs aber nicht nur zum Spaß: Wenige Tage vor dem Trainingsauftakt des Bundesligisten wollte der Klub mit der Aktion „Praktikant Patrick“ seinen Unterstützern Danke sagen.

Fabian Selinger war durchaus beeindruckt. „Patrick hat ein gutes Feingefühl. Wenn er seine Karriere als Handballer beendet, kann er gerne wiederkommen“, sagte der Juniorchef der Metallbaufirma Selinger. Er hatte den Rechtsaußen der Löwen unter seinen Fittichen und führte ihn in die Grundlagen des Berufs des Metallbauers ein. Gemeinsam schufen Selinger Junior und Groetzki Feuertöpfe mit dem Logo der Rhein-Neckar Löwen und der Handballstar war auf dem Weg zum fertigen Produkt bei allen Arbeitsschritten beteiligt. „Patrick hat ein gutes Schliffbild“, gab es Lob von Selinger, als Groetzki mit dem Schleifgerät hantierte.

Groetzki hat viel Spaß

„Mir macht das hier total viel Spaß“, sagte Groetzki, ehe er die Schweißerbrille aufsetzte. „Wir wollen uns mit dieser Aktion bei den Sponsoren und Unterstützern bedanken, die in der Corona-Krise an unserer Seite standen und stehen“, erklärte der Handballer: „Wenn meine Jobs helfen, dass vielleicht ein Unternehmen auf berechtigte Regressforderungen verzichtet, hat sich der Aufwand gelohnt.“ Ganz unabhängig vom Spaß, den Groetzki bei einer abendlichen Stadtführung durch das historische Heidelberg, bei Selinger Metallbau oder bei einer Baufirma hatte, ihn mit schwerem Baugerät vertraut machte.

Groetzki wirkte gut gelaunt während der Praktikanten-Tage, was daran liegt, dass er ausgeruht und voller Tatendrang ist. Am Montag starten die Löwen mit der Vorbereitung auf die neue Saison und nach den Lockerungen der vergangenen Wochen können die Badener ihren Sport, der gleichzeitig Beruf ist, wieder uneingeschränkt ausüben. In der Handballhalle ist wieder reguläres Training möglich und mit dem geplanten Saisonstart am 1. Oktober haben Klubs wie Spieler wieder eine Perspektive. „Ich glaube daran, dass wir die Saison wie geplant spielen können“, sagte Groetzki.

Die Pause war ein Glücksfall

Die zurückliegenden Monate waren belastend für ihn, gleichzeitig stellten sie auch eine Chance dar. „Man muss es ehrlich sagen, die Pause war auch ein Glücksfall“, erklärte Groetzki. Besonders die Spieler der Topklubs der Bundesliga hatten durch das Coronavirus erstmals seit Jahren die Gelegenheit, Kopf und Körper komplett herunterzufahren. Was durch den eng gestalteten Terminkalender sonst nicht möglich ist, ging plötzlich: „Man konnte Verletzungen auskurieren und an körperlichen Defiziten gezielt arbeiten.“ Die Corona-Pandemie mit all ihren negativen Effekten hatte für die Profis auch eine positive Seite.

Dennoch ist Groetzki froh, dass sich die Lage gebessert hat. Übrigens auch bei ihm selbst, denn er hatte sich im März mit dem Erreger infiziert. Viele Akteure der Rhein-Neckar Löwen waren erkrankt, kein Handballklub war ähnlich stark betroffen wie die Badener. „Ich habe immer noch ab und an Probleme mit dem Geschmackssinn, aber die Ärzte sagen, es sei nicht unüblich, dass es länger dauert, ehe alles wieder normal ist“, schilderte Groetzki ein Symptom der Erkrankung.

Rückraumspieler ist nötig

In seiner Leistungsfähigkeit ist der Rechtsaußen aber nicht beeinträchtigt und deshalb voller Tatendrang. „Die Aufgabe wird sein, dass wir eine richtig gute Deckung hinstellen, Gede wird uns am Anfang schon fehlen“, blickte Groetzki auf die zentralen Themenfelder der nächsten Wochen voraus. Nach dem Abgang von Gedeon Guardiola fehlt eine Korsettstange der Deckung. Weiterhin fehlt aus Sicht von Groetzki auch noch ein starker Spieler im Rückraum. „Angesichts unseres Programms mit Liga und European Handball League brauchen wir noch einen Rechtshänder, der uns sofort weiterhilft“, erklärte Groetzki.

Die Einstellung von Groetzki ist bemerkenswert, denn er wünscht sich noch einen weiteren Spieler, obwohl seine Kollegen und er auch in der nächsten Saison einen Gehaltsverzicht üben müssen. Noch sind die Detailfragen dazu nicht geklärt, die grundsätzliche Bereitschaft der Akteure ist in Gesprächen mit der Geschäftsführung aber schon durchgedrungen. „Wir wollen den maximalen sportlichen Erfolg“, erklärte Groetzki das Kuriosum, dass er auf einen Teil seines vertraglich zugesicherten Gehaltes verzichten möchte und gleichzeitig Ausgaben an anderer Stelle getätigt werden. „Innerhalb der Mannschaft gibt es dafür Verständnis.“

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