Fußball
Wie Rückkehrer André Becker als Winterleihe bei Waldhof Mannheim überzeugt
Der im brasilianischen Recife geborene und in Heidelberg aufgewachsene André Becker startet beim Fußball-Drittligisten SV Waldhof Mannheim durch. Drei Tore und ein Assist stehen bei dem 28-jährigen Stürmer nach fünf Spielen in den Büchern. Anthony Loviso, Sportlicher Leiter beim Waldhof, lotste ihn als Leihgabe von Ligakonkurrent Arminia Bielefeld für die Rückrunde an den Alsenweg.
Schon in der Saison 2014/15 stand Becker beim Waldhof unter Vertrag. Zuvor hatte er in der Jugend auch beim VfR Mannheim gespielt. „Es ist für mich so etwas wie ein nach Hause kommen“, sagt er, „es ist für mich noch ein sehr bekanntes Umfeld.“ Schon als Jugendlicher habe er Spiele des Waldhofs im Carl-Benz-Stadion gesehen. „Das war ein Level, das für mich damals noch überhaupt nicht in Reichweite war“, sagt Becker.
Kritik und Selbstkritik
Seither hat sich einiges bei ihm getan: 31 Spiele in der Zweiten Bundesliga (null Tore), und 88 Drittliga-Partien (23 Tore) hat er inzwischen absolviert. Hinzu kommen 45 Spiele in der Regionalliga (24 Tore) und sieben im DFB-Pokal (zwei Tore). Seine Treffer im Pokal erzielte er in dieser Saison für die Arminia gegen den Zweitligisten Hannover 96 und gegen den Erstligisten Union Berlin.
Gegen Alemannia Aachen (2:1) hatte er am Sonntag laut seines Trainers Bernhard Trares „vier Tore machen können, vielleicht müssen“. Auch wenn am Ende nur die drei Punkte im Kampf um den Klassenverbleib zählen, ist Becker durchaus selbstkritisch: „Ich hatte wirklich gute Chancen. Mit ein bisschen mehr Glück gehen dann noch zwei zusätzlich rein. Ich bin einfach froh, dass es zum Sieg gereicht hat.“ Es blieb bei einem Treffer für Becker.
Das Zusammenspiel im Angriff klappt immer besser
Gegen Aachen konnte Trares zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf auf den Platz schicken. Vor wenigen Wochen kreierte Mannheim in Saarbrücken keine Chance aus dem Spiel heraus. Seither holten sie aus drei Partien sieben Punkte bei 8:3 Toren. Das Zusammenspiel im Angriff klappt zunehmend besser, Becker selbst sieht aber noch Verbesserungspotential in den Abläufen mit Sturmpartner Felix Lohkemper und dem neuen Spielgestalter Arianit Ferati: „Das wäre auch ein Wunder, wenn es so schnell geklappt hätte.“ Die drei Offensivkräfte würden sich laut Becker gut verstehen – auch neben dem Platz. Überhaupt will Becker positiv in die Mannschaft wirken und gute Stimmung verbreiten. Gerade nach den Heimspielen sieht man ihn lange am Zaun und mit Fans sprechen.
Becker und Mannheim. Das passt – auch über den Waldhof hinaus. „Ich bin früher viel mit meinen Freunden in Mannheim unterwegs gewesen. Ich bin sehr dankbar, dass ich in meiner Heimat Profisport betreiben kann. Das ist nicht unbedingt normal“, sagt Becker. An der Mannheimer Universität absolvierte der 28-Jährige, der ein großes Faible für Autos hat, ein Studium des Ingenieurwesens und der Elektrotechnik. „Damals war Profifußball noch sehr weit weg. Daher habe ich mir früh Gedanken darüber gemacht, was mich interessiert“, sagt er.
Trotz seiner starken Leistungen macht er sich aktuell keine Gedanken über seine sportliche Zukunft über die Saison hinaus. Klar ist, dass er für die kommende Runde noch bei Arminia Bielefeld unter Vertrag steht: „Auch wenn sich das plakativ anhört: Ich denke nur von Spiel zu Spiel.“ Wenn er sich jetzt schon darüber Gedanken mache, was nach der Saison passiert, würde ihn dies von seiner jetzigen Aufgabe ablenken – und die heißt, mit dem Waldhof in der Liga zu bleiben.