Adler Mannheim
Wen die Adler aus der NHL verpflichtet haben
Auch nach einer 1:2-Niederlage kann sich Eishockey wie Weihnachten anfühlen. Für Joonas Lehtivuori, Verteidiger bei den Adler Mannheim, war das so. Im Spiel gegen die Kölner Haie feierte der Finne sein Saisondebüt. „Ich konnte gar nicht abwarten, dass das Spiel endlich beginnt“, sagte der 34-Jährige.
Seit einer Woche wusste er, dass seine Leidenszeit beendet sein würde – und lange benötigte der Abwehr-Stratege nicht, um wieder ins Spiel zu finden. Genauer gesagt brauchte er auch nicht länger als seine Teamkollegen, die das erste Drittel nahezu komplett verschlafen und Glück hatten, dass es nach 20 Minuten gegen die aggressiv anstürmenden Haien nur 0:1 (Carter Proft, 6.) stand.
Danach hatten sich Lehtivuori und auch die Adler zwar gefangen, erspielten sich aber weiterhin kaum Torchancen, was Trainer Bill Stewart ärgerte: „Wir haben den Puck nicht oft genug auf das Tor gebracht. Wir brauchen dreckige Tore“, sagte er. 49 Schüsse hatten die Adler abgegeben, davon laut offizieller Statistik 25 auf das Tor von Ex-Adler Mirko Pantkowski, der 24 davon parierte. Nur beim 1:1 von Markus Eisenschmid (44.) hatte er das Nachsehen. Für Stewart zu wenig: „Ich will 40 Schüsse auf das Tor. Und das nicht heute, sondern jeden Abend“, forderte er. „Schönspielerei bringt uns nicht weiter.“
68 NHL-Einsätze
Vielleicht ist die jüngste Neuverpflichtung der Adler eine Antwort darauf. Unmittelbar nach der Niederlage meldete Mannheim die Verpflichtung von Joseph Cramarossa. „Er bringt sehr viel Energie aufs Eis“, umschreibt Manager Jan-Axel Alavaara die Qualitäten des 30-jährigen Kanadiers, der noch in dieser Saison vier Einsätze in der NHL hatte, dort auf insgesamt 68 Spiele kommt. „Man verpflichtet die Leute aus Gründen“, sagte Trainer Stewart mit Blick auf die Verletzungen seiner Spieler nach harten Checks der Gegner. „Es kann nicht sein, dass nach solchen Aktionen bei uns Jordan Szwarz oder Korbinian Holzer auf die Strafbank gehen“, deutete er seine Erwartungen an.
Am Sonntag, 15.15 Uhr, bei den Nürnberg Ice Tigers ist Cramarossa, der am Montag in Mannheim eintrifft, noch keine Option. Jonas Lehtivuori hingegen schon Bis zum zweiten Einsatz dauert es nicht so lang.