Handball
Warum die Löwen in Minden nur einen Punkt holten
Wenn nach einem Remis eine Mannschaft jubelnd im Kreis umherhüpft, während die Spieler der anderen mit hängenden Schultern auf dem Platz stehen, ist viel über die eigentlichen Kräfteverhältnisse gesagt. Für die Mindener war der eine Zähler im Kampf um den Klassenerhalt sehr viel wert, für die Löwen bedeuteten Leistung und Resultat wieder einen Rückschritt. Die wellenförmige Saison der Gelbhemden fand eine Fortsetzung.
Schwalb: Müssen zufrieden sein
„Ich muss zufrieden sein“, sagte Martin Schwalb. „Das ist nicht unser Anspruch, aber nach dem Spielverlauf kann ich mit dem Ergebnis gut leben“, fügte der Löwen-Trainer an. Der erfahrene Handballlehrer rang mit seinen Emotionen, denn ein Sieg bei den Mindenern war das klare Ziel, allerdings sah es fünf Minuten vor dem Ende nach einer Niederlage aus. Erst mit einem Kraftakt zum Schluss sicherten sich seine Schützlinge nach einem 23:26-Rückstand noch einen Punkt.
Der Hauptgrund für den neuerlichen Rückschlag war aus Sicht von Schwalb die Chancenverwertung. „Unfassbar“, sagte er, „wir haben unglaublich viele Bälle verworfen“. Alleine die beiden Linksaußen Uwe Gensheimer und Jerry Tollbring scheiterten immer wieder an GWD-Keeper Malte Semisch. Gensheimer ließ fünf Chancen ungenutzt, Tollbring drei.
Juri Knorr dreht auf
Hinzu kam, dass Juri Knorr nach Einschätzung der Kenner vor Ort seinen besten Auftritt im Kalenderjahr 2021 hatte. Der Sommer-Neuzugang der Löwen schwang sich zum Spielgestalter der Mindener auf, erzielte selbst sieben Tore und brillierte mit starken Zuspielen.
Die Löwen hatten sich in der ersten Halbzeit selbstverschuldet in die Bredouille gebracht. In der siebten Minute leuchtete eine 4:0-Führung von der Anzeigetafel der Kreissporthalle in Lübbecke, ehe das Team von Martin Schwalb durch ein Sammelsurium an Fehlern im Angriff dafür sorgte, dass GWD zunächst innerhalb von 120 Sekunden zum 4:4-Ausgleich kam und danach 6:4 in Führung ging (12.). Die Abwehr stand sicher und Andreas Palicka reihte eine starke Parade an die nächste, aber die technischen Fehler im Ballbesitz luden die Mindener zu Toren im Gegenstoß und der Zweiten Welle ein.
Semisch ähnlich stark wie Palicka
Die Badener hatten dafür gesorgt, dass die abstiegsbedrohten Mindener voll im Match waren und an die eigene Siegchance glaubten. Weil GWD-Keeper Malte Semisch ähnlich stark hielt wie Palicka, liefen die Löwen bis zur Pause einem Rückstand hinterher – allerdings war beim 11:12-Zwischenstand noch nichts verloren.
So spielten sie
GWD Minden: Semisch, Lichtlein - Rambo (4), Knorr (7/2), Pehlivan (1) - Gulliksen (4), Korte (3/2) - Richtzenhain (3) - Brand, Ritterbach, Thiele (2), Janke (1), Schluroff (1), Padshyvalau, Strakeljahn, Staar
Rhein-Neckar Löwen: Palicka, Katsigiannis - Lagergren (5), Schmid (9/1), Nilsson (1) - Groetzki, Gensheimer (3/1) - Kohlbacher (5) - Kirkelöcke (1), Lagarde (1), Patrail, Tollbring (1), Ahouansou, Abutovic, Gislason, Nielsen
Spielfilm: 0:4 (7.), 6:4 (12.), 9:7 (20.) 12:11 (Hz.), 13:14 (34.), 17:19 (43.), 25:22 (54.), 26:26 (Ende) - Siebenmeter: 5/4 - 2/2 - Zeitstrafen: 3/1 - Rote Karte: Pehlivan (41., grobes Foul) - Beste Spieler: Semisch, Knorr - Schmid, Palicka - Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum).