Sport
Waldhof-Kapitän Conrad – der perfekte Teamworker
Kevin Conrad verkörpert in dieser Spielzeit den Teamgedanken beim SV Waldhof wie kaum ein anderer. Der Kapitän des Fußball-Drittligisten war über weite Teile der Hinrunde als linker Verteidiger im Einsatz, obwohl das nicht gerade seine Lieblingsposition ist. Auch am Samstag (14 Uhr) daheim gegen den Chemnitzer FC könnte er wieder auf die Außenbahn rutschen.
„Eigentlich ist das für mich kein besonderes Spiel mehr“, sagt Conrad vor dem Duell gegen die Sachsen. Zwischen 2013 und 2017 spielte der Verteidiger für die Sachsen, am Ende war er sogar der Kapitän beim CFC. „Es ist ja niemand mehr da, den ich kenne“, erklärt Conrad, warum die Begegnung zum Abschluss des Jahres keine speziellen Emotionen mehr auslöst. Bis auf den Physiotherapeuten ist bei den Chemnitzern keiner mehr dabei, mit dem Conrad zusammengespielt oder – gearbeitet hat.
Einmal innen - einmal außen
In Chemnitz begann für die Mannheimer Ende Juli die Reise in der Dritten Liga. Mit einem 1:1 startete der SVW in die Saison, die für den Aufsteiger bislang überaus erfolgreich verlief. Conrad stand in der Partie beim CFC in der Anfangsformation und bekleidete wie so oft in den zurückliegenden Monaten die linke Abwehrseite. Seit vielen Jahren glänzt er als Innenverteidiger, musste aber oft auf der Seite aushelfen. „Das ist nicht meine beste Position, aber wenn es für die Mannschaft gut ist, spiele ich auch da“, erklärt Conrad. Als Rechtsfuß, für den Flankenläufe nicht zum Standardrepertoire gehören, musste sich der Kapitän erst an die neue Aufgabe gewöhnen. Conrad glänzte nicht, sorgte aber für Stabilität, weil er defensiv aufmerksam agiert.
Vor ein paar Wochen änderte Waldhof-Coach Bernhard Trares zunächst das taktische Konzept, ließ mit einer Dreierkette verteidigen und beorderte Conrad deshalb ins Zentrum zurück. Anschließend sorgten Sperren und Ausfälle dafür, dass „Connes“ in der Innenverteidigung verblieb, obwohl wieder zur Viererkette gewechselt wurde. Die Leistungen von Conrad sind seither auffällig besser, auf der gewohnten Position kam er deutlich besser zur Geltung. Keine Frage, der Spieler selbst würde es gerne dabei belassen.
Ein Geschenk für die Fans
Und doch wird er sich dem Teamgedanken unterwerfen, wenn er wieder auf die linke Seite ausweichen muss. Möglicherweise ist das gegen Chemnitz wieder der Fall, denn Trares muss für seine Startformation entscheiden, ob er Marcel Hofrath im Team bleibt, oder Arianit Ferati von Beginn an aufläuft. Im zweiten Fall würde Conrad nach außen rücken und von der linken Seite aus versuchen, mit seinen Kollegen den ersten Heimsieg seit Ende August einzufahren.
Sechs Spiele sind die Mannheimer im Carl-Benz-Stadion sieglos, vier Mal sind sie zuletzt ohne Treffer geblieben – und könnten sich mit einem Sieg gegen Chemnitz dennoch mit beachtlichen 33 Punkten in die kurze Winterpause verabschieden. „Wir wollen unsere Fans beschenken und unbedingt mal wieder einen Heimsieg feiern“, sagt Trares: „Wir haben zuletzt eigentlich immer gute Leistungen zuhause gezeigt, aber eben nicht gewonnen.“ Conrad wird mithelfen, das zu ändern – entweder im Zentrum oder auf der linken Seite.