Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Von Messi bis Füllkrug – wie ein Transfer zum nächsten führen kann

Wie lange darf Trainer Dino Toppmöller Randal Kolo Muani noch herzen?
Wie lange darf Trainer Dino Toppmöller Randal Kolo Muani noch herzen?

Wo verorten wir das? In der Chaostheorie? Oder beim Dominoeffekt? Aktivitäten auf dem Transfermarkt können beides sein. Einzelereignisse, die eine große, in Teilen unvorhersehbare Wirkung haben. Beispielsweise in Paris, Frankfurt, Bremen und...

Der Schmetterlingseffekt, entlehnt der Chaostheorie, bedeutet, dass selbst kleine Änderungen innerhalb eines Systems sich auf das gesamte System auswirken. Oder, wie es der US-Mathematiker und -Meteorologe Edward Norton Lorenz bildhaft beschrieb: Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien könnte einen Tornado in Texas auslösen. Der Dominoeffekt, in der Physik begründet, ist selbsterklärend: Fällt ein Stein um, dann reißt er den nächsten mit – und der wieder den nächsten.

Was hat das nun mit Fußball zu tun? Nehmen wir den Fall Randal Kolo Muani von Eintracht Frankfurt. Der steht gerade bei Paris Saint-Germain weit oben auf dem Wunschzettel. Und auch wenn die Eintracht bisher den Verlockungen aus Frankreich in Höhe von 70 Millionen Euro Ablöse widerstehen konnte – hier ist das letzte Wort vermutlich noch nicht gesprochen.

Avancen, Avancen, Avancen

Der erste Dominostein ist natürlich in Paris gefallen. Ob der nun Messi (nach Miami), Neymar (nach Saudi-Arabien) oder womöglich doch noch Mbappé (trotzender Wechselwilliger im Wartestand) heißt, lässt sich nicht zuordnen. Fakt ist: Den ambitionierten Hauptstädtern mit dem vielen Geld und dem vergleichsweise geringen internationalen Erfolg fehlt ein Knaller im Sturm. Und weil Harry Kane früh Richtung München gebucht war, ist Kolo Muani mindestens die zweitbeste Lösung.

Wer die Eintracht in der vergangenen Saison gesehen hat, der weiß, welch eine Lücke ein Abgang des Franzosen reißen würde. Und was man im Gegenzug mit den vielen Millionen noch so alles machen könnte – zumindest bis kommende Woche das Transferfenster noch geöffnet ist. Danach würde es erst einmal ein paar Zinsen auf der Bank bringen – jetzt, da es endlich wieder Zinsen gibt – und könnte erst in ein paar Monaten in kickendes Kapital umgemünzt werden.

Folglich werden sich die Frankfurter noch schnell umschauen, wo denn der nächste Dominostein steht. Es nähme nicht Wunder, wenn sie ihre Blicke nach Bremen richteten. Auf Nationalstürmer Niklas Füllkrug, dem in der Sommerpause bereits Wechselgelüste nachgesagt worden waren. Und der zwischendurch auch mal zaghaft in München gehandelt worden war – als preisgünstige Variante für den Fall, dass Kane doch nicht kommen sollte. Weil der vorjährige Aufsteiger finanziell auch nicht auf Rosen gebettet ist, würde dieser sich monetären Avancen aus Mainhattan nur schwerlich entziehen können. Plopp, liegt der nächste Dominostein flach.

Schon selbst den nächsten im Visier?

Aber: Werden Bremen ohne einen torgefährlichen Mittelstürmer? Ohne einen Garanten für eine zweistellige Anzahl an Treffern? Unvorstellbar. Die Werderaner würden ganz schnell in den Kreis der Abstiegskandidaten rutschen, dem sie sich dank Füllkrug in ihrer Neulingssaison entzogen hatten. Also müssten auch sie sich noch hurtig vor Ende der Transferperiode umsehen – tun sie klugerweise vielleicht jetzt schon –, nach einem Nachfolger.

Wo der zu finden wäre, wo also einstweilen die Dominoreihe endet, die mit dem ersten Stein in Paris begonnen und schließlich nach Bremen geführt hat? Hier endet leider unser Einblick. Wir wissen nur, dass ein einziger Transfer im Irgendwo ganz viel auslösen kann. Bis wir mehr Erkenntnisse haben, schauen wir interessiert, ob Kolo Muani Frankfurt am Wochenende in Mainz noch zum Sieg schießen darf.

RHEINPFALZ-Tipps

RB Leipzig - VfB Stuttgart 3:1
SC Freiburg - SV Werder Bremen 2:0
1. FC Köln - VfL Wolfsburg 1:1
VfL Bochum - Borussia Dortmund 1:2
1. FC Heidenheim - TSG Hoffenheim 2:1
SV Darmstadt 98 - 1. FC Union Berlin 2:2
Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen 0:1
1. FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 2:2
Bayern München - FC Augsburg 3:0

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