Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Voltigieren: DM-Medaillen in die Pfalz

Ehrenrunde der Damen-Einzelkonkurrenz: Hannah Steverding (links) gewinnt überraschend Bronze, Janika Derks (Mitte) ist deutsche
Ehrenrunde der Damen-Einzelkonkurrenz: Hannah Steverding (links) gewinnt überraschend Bronze, Janika Derks (Mitte) ist deutsche Meisterin, Corinna Knauf (rechts) holt Silber.

„Wir fahren hierher, um Spaß zu haben.“ Das war das Motto der Herxheimer Voltigiererin Hannah Steverding und ihrer Longenführerin Sophie Kuhn vor der deutschen Meisterschaft. Die beiden hatten in Alsfeld richtig Spaß, am Ende gewann die 20-Jährige völlig überraschend die Bronzemedaille im Einzel. Die Offenbacherin Chiara Congia sicherte sich mit ihrem Partner Justin van Gerven den Meistertitel im Doppelvoltigieren.

Die Pflicht am Freitagmittag lief für Steverding nicht ganz nach Plan. Sie leistete sich einen Patzer, wurde trotzdem Fünfte. Der Samstag war für das Herxheimer Gespann dann wie im Traum. Steverding zeigte auf Royal Flash die zweitbeste Kür aller Starterinnen und qualifizierte sich als Vierte fürs Finale. Dort setzte sie mit dem zweitbesten Technikprogramm das zweite Ausrufezeichen. In der Zwischenwertung rückte sie auf Rang drei vor, eine Medaille schien greifbar. „Wir sind hier, um Spaß zu haben und zu lernen. Wir kämpfen nicht um die Medaillen“, sagte Papa Mike Steverding noch am Samstagabend ...

Gestern Morgen nutzte Steverding ihre Chance. Einen leichten Fehler in ihrer Kür konnte sie geschickt kaschieren, sie distanzierte erneut Alina Roß, ihre Konkurrentin um Bronze, und sicherte sich ihre erste Medaille im Seniorenbereich. „Damit habe ich nie gerechnet“, räumte sie hinterher strahlend ein. Als i-Tüpfelchen durfte sie noch eine zweite Bronzemedaille mit in die Südpfalz nehmen: Wie in Aachen half sie im Team Fredenbeck aus, das sich im Dreikampf mit Meister Ingelsberg und Vizemeister Team Norka Köln (mit Chiara Congia) nach einer hochklassigen Entscheidung mit Rang drei begnügen müsste.

Silber und Bronze im Team als Zugaben

„Ich bin glücklich“, sagte die 22-jährige Congia nach der Doppel-Siegerehrung. Mit Justin van Gerven hatte sie sich auf Picardo (Longe: Alexandra Knauf) nach der Europameisterschaft vor zwei Wochen auch den deutschen Meistertitel gesichert. Die Note 9,131 im zweiten Durchgang war die diesjährige Höchstnote. „Der zweite Durchgang war wirklich perfekt“, bemerkte Congia, da war der kleine Wackler aus der ersten Runde schon vergessen. Die Konkurrenz lag deutlich zurück. „Das Gefühl war so cool, es hat heute so Spaß gemacht“, sagte sie gestern. Dass das neu formierte Team Norka mit Silber belohnt wurde, sei „ein schöner Abschluss“ der DM gewesen.

Team Schwegenheim zufrieden

Das Team Schwegenheim, das in dieser Saison unter Verletzungspech litt, fuhr zufrieden nach Hause. Die Sechsergruppe konnte sich für das Finale der besten 15 Teams qualifizieren und wurde am Ende Elfter. Ein toller Erfolg für die Mannschaft von Longenführerin Ute Veth, die auf Jacomo Di Puccini turnte. „Die Einstellung war richtig gut, wir sind mit einem realistischen Ziel und einem guten Gefühl hergefahren und können total zufrieden heimfahren“, sagte Stefanie Vogel. Die verletzte Emma Ziehl, die durch die Zweibrückerin Barbara Köhler ersetzt worden war, fieberte im Zirkelauslauf mit. Nadja Vogel war rechtzeitig zur DM von einer Schulterverletzung genesen.

Im Einzel hatte die Zweibrückerin Köhler Pech, als 17. verpasste sie das Finale ganz knapp.

Damen-Meisterin wurde Janika Derks (Dormagen) vor Corinna Knauf (Köln), bei den Herren siegte Jannik Heiland (Hamburg) vor Viktor Brüsewitz (Wulfsen) und Jannis Drewell (Gütersloh).

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