Adler Mannheim
Viel überlegener gegen die DEG, als es das Ergebnis aussagt
„Wir müssen unsere Arbeitsschuhe anziehen“, hatte Trainer Pavel Gross vorab gefordert. Denn mit Talent allein werde man die kleine Talsohle der letzten fünf Partien wohl nicht durchschreiten. Trotz dieser Ankündigung zeigten die Adler eine gute Mischung aus Arbeit und Spielwitz.
Die 1:0-Führung nach dem ersten Drittel gab die Kräfteverhältnisse nach 20 Minuten nur unzureichend wieder. Das Schussverhältnis von 15:5 war da wesentlich aussagekräftiger. Vor allem die Rückkehr von Ruslan Iskhakov nach 15-wöchiger Verletzungspause machte sich in dieser Hinsicht positiv bemerkbar. Der Russe deutete sofort wieder seine Offensivqualitäten an, scheiterte aber noch am starken Ex-Adler Mirko Pantkowski im Düsseldorfer Tor.
Bergmann setzt den ersten Stich
So war es Lean Bergmann vorbehalten, nach sieben Minuten den einzigen Treffer für die Mannheimer zu erzielen. Aber er hatte den Arbeitsauftrag seines Trainers verstanden: „Ja, wir waren dominierend, aber wir müssen weiter auf die Konter der Düsseldorfer aufpassen“, forderte er für die beiden folgenden Spielabschnitte.
Tatsächlich waren die Düsseldorfer Angriffe selten, aber wenn, dann brandgefährlich. So dominierten auf der einen Seite weiterhin die Adler, aber einmal war Stephen Macaulay den Verteidigern doch entwischt, wurde bei seinem Durchbruch penaltyreif gefoult. Gut, dass Dennis Endras im Tor trotz wenig Beschäftigung die Konzentration behalten hatte, den Schuss von Brendan O’Donnell parierte (37.). Und gut, dass Iskhakov sein Comeback knapp fünf Minuten zuvor mit dem 2:0 feierte, dabei vor dem Tor eine enorme Pucksicherheit an den Tag legte und Pantkowski dabei ganz alt aussehen ließ (33.). Eine hochverdiente Führung, aber weder ein Ruhekissen noch auch nur annähernd Ausdruck der Überlegenheit.
Im letzten Drittel alles klar
Das wurde erst im Schlussdrittel besser. Und das in einer Phase, als Düsseldorf die Defensive ein wenig lockerte – auf Kosten natürlich von mehr Räumen für die Adler. So hatte zunächst Thomas Larkin die Gelegenheit nach Iskhakov Vorarbeit. Er scheiterte noch an Pantkowski, aber im Nachschuss traf Moritz Wirth mit seiner Saisontorpremiere (47.). Und als Jordan Szwarz drei Minuten später aus spitzem Winkel nachlegte, schien die Messe eigentlich gelesen.
Eigentlich, denn genau 18 Sekunden nach dem 4:0 verkürzte Paul Bittner im zweiten Nachschuss auf 1:4 (50.). Es war eine von wenigen kleinen Unaufmerksamkeiten der Adler in einem ansonsten starken Spiel. In der Schlussoffensive der Düsseldorfer brannte nichts mehr an.
So spielten sie
Adler Mannheim: Endras – Akdag, Lehtivuori; Reul, Katic; Larkin, Wirth - Bergmann, Desjardins, Eisenschmid; Krämmer, Szwarz, Dawes; Plachta, Wohlgemuth, Wolf; Tosto, Iskhakov, Bast
Düsseldorfer EG: Pantkowski – Ebner, Järvinnen; Cumiskey, Heinzinger; Trinkberger – D“Amigo, Svensson, O“Donnell; Schiemenz, Macaulay, Proft; Ehl, Barta, Bittner; Postel, Olson
Tore: 1:0 Bergmann (Desjardins) 6:57, 2:0 Iskhakov (Tosto) 32:15, 3:0 Wirth (Larkin) 46:10, 4:0 Szwarz (Dawes) 49:41, 4:1 Bittner 49:59 - Strafzeiten: 6 - 8 - Beste Spieler: Lehtivuori, Iskhakov, Bergmann – Pantkowski, Macaulay - Schiedsrichter: Hoppe (Bad Nauheim)/Schrader (Dorsten).