Fußball
TuS Mechtersheim, Arminia Ludwigshafen, Koblenz: Es kann nur zwei geben
Das ist nur eine der Kuriositäten im Showdown um den verbliebenen möglichen Abstiegsplatz (Sonntag, 2. Juni, 14 Uhr). Denn noch in Diensten des heutigen Konkurrenten Mechtersheim, gewann Coach Kasal mit den Römerbergern binnen weniger Tage im Goldenen Herbst 4:1 und 1:0 gegen seinen jetzigen Brötchengeber aus dem Rheinland.
Tufan Kelleci und Leo Klein, die er mitnahm, trafen – Punkte und Tore, die im Dreikampf nun fehlen. „Glauben Sie mir, jedes Mal, wenn ich vom Stadion Oberwerth zum Parkplatz laufe, denke ich daran“, sagte Kasal, dem auch die beiden Goalgetter von einst spontan in den Sinn kommen: „Ich war Trainer von Mechtersheim. Es gab keine Gespräche, keinen Kontakt. Das war erst nach dem Spiel gegen Worms“ – demnach drei Wochen später. Er habe nicht damit gerechnet, dass der TuS noch mal so in die Bredouille gerät. Mechtersheim 48 Zähler, 66:56 Tore), Arminia Ludwigshafen (48, 60:81) sowie Cosmos (47, 71:65) balgen sich um den Klassenverbleib.
Hoffen auf Gonsenheim
Zwei von ihnen erreichen das Ziel. Der Dritte im Bunde avanciert zum Fan des SV Gonsenheim, begibt sich in Abhängigkeit eines Triumphes der Mainzer in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga. Die Rechnungen hinsichtlich des Klassenverbleibs können schwierig werden und doch zugleich so simpel. Mechtersheim genügt auf jeden Fall ein Sieg: „Wir müssen gewinnen, und dann sind wir durch“, meinte Teammanager Dieter Demmerle.
Doch es geht zum SV Waldalgesheim. Der Absteiger, der eine gute Rückrunde hinlegt, sinnt auf Revanche für das 3:7 im ersten Duell. Demmerle: „Das wird nicht einfach. Sie sind gut bestückt und haben einen Pierre Merkel. Wir haben hinten heraus gewonnen. Es war eine enge Kiste.“ Merkel schenkte dem TuS damals drei Stück ein.
Impertro skeptisch
Die Arminia, plötzlich doch noch mal in Gefahr geraten, erwartet die vermeintlich schwerste Aufgabe auf dem Papier bei Wormatia Worms. Sportlicher Leiter Markus Impertro sieht’s genau so: „Wir sind realistisch. Mechtersheim und Koblenz spielen gegen zwei bereits feststehende Absteiger.“ Ein Dreier genügt allerdings hundert Prozent. Da kann Cosmos wieder ballern wie es will: „Worms ist schon noch mal eine andere Hausnummer“, so Impertro. Für den gescheiterten Aufstiegskandidaten geht’s jedoch um nichts mehr. Die Rheingönheimer bewiesen beim 2:1 im Hinspiel, dass sie Worms können: „Es ist aber etwas anderes, in Worms gewinnen zu müssen. Wir können sie nicht überraschen.“
Und es herrscht Unruhe: Die Trennung von Trainer Andreas Brill, einst Kapitän in Mechtersheim, sie ist noch taufrisch. Wenn’s schief geht, der Sportliche Leiter weiß warum: „Wir haben gegen die Absteiger Waldalgesheim, Baumholder und Quierschied sechs Mal unentschieden gespielt.“
Gonsenheim zuversichtlich
Koblenz läuft nach grandioser Aufholjagd als Favorit zuhause gegen Abgänger VfR Baumholder auf: „Unser Vorteil ist, dass wir von ganz unten kommen. Wir wussten dass wir 14 Endspiele haben und sind das alles so angegangen. So nah waren wir noch nie dran. Aber wir müssen aufpassen. Gegen Bitburg hat auch jeder gesagt, dass wie sie abschießen.“ Die Konkurrenz kenne diese Situation nicht. Weniger Taktik, Technik, das Fußballerische gebe nun den Ausschlag, sondern die Psyche.
Einer zittert also ab spätem Nachmittag des 2. Juni. Auch wenn Impertro Bedenken äußert, Ferhat Gündüz, Co-Trainer Gonsenheims, beruhigt alle vor den Aufstiegsmatches gegen die Vertreter Baden-Württembergs und Hessens, „Wir haben wirklich gute Chancen.“ Schon 2023 setzte sich der Anwärter von Südwest/Saar durch.