Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel TSG 1899 Hoffenheim: Die launische Diva vom Dorf

Pssst: Andrej Kramaric bleibt wohl bei der TSG 1899 Hoffenheim.
Pssst: Andrej Kramaric bleibt wohl bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Bundesliga vor dem Anpfiff (3): Die TSG 1899 Hoffenheim fühlt sich mit Blick auf die vergangene Saison deutlich unterbewertet. Nach einer sehr durchwachsenen Spielzeit will der ambitionierte Klub in der neuen Saison wieder angreifen.

„Wir wind besser als Platz elf.“

Dieser Satz des Direktors Profifußball bei der TSG 1899, Alexander Rosen, bündelt den Anspruch des Vereins. Platz elf in der Saison 2020/2021, nein, das war nicht das, was sich die TSG 1899, 2018 gar in der Champions League, vorstellt. Die vergangene Spielzeit, es war eine sehr schwierige. Kein Verein war so durch die Corona-Pandemie betroffen wie der Klub aus dem Kraichgau. Der Verein hatte zudem enorm viele Verletzte, eins führte zum anderen, die Situation kumulierte in dem aberwitzigen Aus in der Europa League gegen Molde FK. Und bitte nicht vergessen: Es war das erste Jahr des Bundesliga-Trainer-Novizen Sebastian Hoeneß. Kurzum: Alexander Rosen hat das Gefühl, die Spieler möchten etwas gut machen. Er sprach von einer außergewöhnlichen Saison, mit vielen Fremdeinschlägen.

Oben mitspielen

Die TSG 1899 Hoffenheim will es wissen. Die TSG 1899 greift an. Die TSG 1899 strebt nach Höherem. „Wir wollen uns weiterentwickeln. Die vergangene Saison war geprägt von großen Herausforderungen, aber das will ich nicht als Ausrede gelten lassen. Es ist unser Anspruch, dass wir weiter oben mitspielen und mehr Konstanz in unser Spiel reinbringen“, sagte Abwehrchef Kevin Vogt auf der vereinseigenen Homepage.

Was für die TSG spricht: Im Kader gab es kaum Veränderungen, der Stamm blieb zusammen. Mit Angelo Stiller (FC Bayern München) und dem Linksverteidiger-Talent David Raum (SpVgg Greuther Fürth) kamen nur zwei Neuzugänge. Der zweimal ausgeliehene TSG-Rekordspieler Sebastian Rudy wurde für zwei weitere Jahre unter Vertrag genommen. Der Stratege ist nach wie vor in der Lage, die Mannschaft zu stabilisieren. Der Kader ist noch zu groß, als Wechselkandidaten gelten Defensivspezialist Florian Grillitsch und Angreifer Ishak Belfodil, der nach längerer Verletzungspause in der vergangenen Spielzeit nicht mehr in Schwung kam. Bleibt Grillitsch, herrscht im Mittelfeld ein Gedränge: Sebastian Rudy, Florian Grillitsch, Dennis Geiger, Angelo Stiller und Diadié Samassékou streiten um die Plätze.

Kein Thema mehr scheint ein Wechsel von Andrej Kramaric zu sein. Der kroatische Vizeweltmeister konnte sich auf dem EM-Laufsteg nicht so in Szene setzen, wie es ihm vorschwebte. Nicht schlimm, in Hoffenheim ist er der Star, auf dem Weg zur Legende.

„Am Ende gezeigt, was wir können“

„Unser Ziel muss es sein, wieder oben anzugreifen. Oben ist natürlich Europa. Wir wissen alle, dass es extrem schwer ist. In der letzten Saison gab es viele Umstände, die wir alle nicht beeinflussen konnten, sie war extrem speziell. Jetzt müssen wir versuchen, gut durchzukommen und weniger Verletzte zu haben. Am Ende haben wir gezeigt, was wir leisten können. Das muss unser Ziel sein, dass wir dort wieder hinkommen. Dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch oben wieder angreifen können“, meinte Christoph Baumgartner in einem Interview. Der 21-jährige Österreicher spielte sich auch bei der Europameisterschaft in den Vordergrund, Top-Vereine sind auf ihn aufmerksam geworden. Prognose: Das Offensiv-Ass spielt wohl die letzte Saison bei der TSG 1899.

Mut macht den Hoffenheimern der Schlussspurt der vergangenen Spielzeit, als die Mannschaft sieben Mal in Folge unbesiegt blieb. Diese schöne Serie reichte dann aber der launischen Diva vom Dorf nicht mehr, um die Saison zu retten.

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