E-Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Traumberuf E-Sportler beim FCK

Ein Trikot, ein Motto und ein Konzept gibt e schon für das große E-Sport-Projekt.
Ein Trikot, ein Motto und ein Konzept gibt e schon für das große E-Sport-Projekt.

Die Idee dazu gibt es schon lange, die Anfragen dazu füllen Mailpostfächer, jetzt hat der 1. FC Kaiserslautern das Projekt in Angriff genommen, Ideen gesammelt, eine Agentur mit ins Boot geholt, Pläne für den Aufbau des E-Sport-Bereichs beim FCK geschmiedet und damit offene Türen eingerannt. Mehr als 500 Bewerber wollen E-Sportler beim Verein werden.

Die Anfänge der Idee liegen ein paar Jahre zurück. 2019 gab es die ersten Gespräche zu dem Thema mit der TU Kaiserslautern über eine mögliche Zusammenarbeit, wie Jonas Bohrmann, Vereinsmanager des FCK, erklärt. Zur Zusammenarbeit kam es damals nicht. Die Gruppe E-Sport in KL erfüllt nicht denselben Zweck, den der FCK verfolgt: Er will zunächst nur e-football auf der Konsole spielen. Das Thema rückte etwas in den Hintergrund. Nach Aufhebung der Insolvenz der Kapitalgesellschaft wurde die Schublade wieder geöffnet, es gab Gespräche mit anderen Vereinen und mit verschiedenen Agenturen. „Wir haben versucht, einen bestmöglichen Einstieg zu finden, der auch realistisch ist, was auch heißt, dass wir keine großen Summen investieren müssen.“ Gemeinsam mit den Agenturen sei ein Konzept erarbeitet worden. Die Firma MNS Marketing bekam den Zuschlag. „Eine junge Firma, die das Know-how in Sachen E-Sport, vermarktungstechnische Kontakte in den Fußballbusinessbereich und in die E-Sport-Szene hat“, erläutert Bohrmann.

Telefone laufen heiß

Was dann passierte, überraschte auch den Vereinsmanager, der früher selbst ab und zu gezockt hat. „Wir erfahren eine so große Resonanz, seit wir mit diesem Thema online sind. Seit Tagen glühen bei der Agentur die Telefone, und die haben momentan nichts anderes zu tun, als Anfragen zu bearbeiten.“ Hintergrund war ein Aufruf, den der FCK auf seiner Homepage und in den Sozialen Netzwerken verbreitet hatte. Er richtete sich an FCK-Fans, die ihren Verein an der Konsole vertreten wollen.

Der „Meilensteinplan“ des FCK in Sachen E-Sport sieht so aus: Nach der Ankündigung bei der Jahreshauptversammlung wurde der Bewerbungsprozess gestartet. Jeder, der als E-Sportler für den FCK arbeiten will, soll die Chance haben, sich zu bewerben, wie Bohrmann erläutert. „Gerade auch, weil wir die letzten Jahre so unfassbar viele Anfragen gekriegt haben. Von Jungs aus der Region, die gesagt haben, macht doch mal wasim E-Sport. Wir würden gern für euch spielen. Es gäbe nichts Größeres, als euer Trikot bei Fifa zu tragen.“

Das muss der Bewerber mitbringen

Die Kriterien, die die Bewerber erfüllen sollen, sind klar definiert: Sie sollten leidenschaftlich mit dem FCK verbunden sein, eine gewisse Leistung bei Fifa mitbringen – Richtwert ist eine Statistik von 27:0 bei der Weekend-League –, und sie sollten professionell kommunizieren und interagieren können. „Schließlich streamt der E-Sportler auch, tritt mit den Zuschauern in Kontakt, sollte sympathisch sein, Menschen auch am PC mitreißen können.“

Der FCK sucht jetzt die E-Sportler, die ihn am besten nach außen hin vertreten und sich am besten mit dem Verein identifizieren können. Zwei, maximal drei Fifaspieler bekommen am Ende den Zuschlag. „Einer, der wirklich gut ist, wo die Kategorie Skills zählt, einer, der gut ist und aus der Fangemeinde kommt, von der Basis, und eventuell noch einer, der ein guter Streamer ist, der die Leute unterhalten kann“, erläutert Bohrmann.

Langfristige Ziele

Hintergrund ist, dass der Verein eine Online-E-Sport-Community aufbauen will. Bei den ganz Großen mitmischen kann der FCK zwar nicht: In der Virtual Bundesliga dürfen nur die E-Sportler der Vereine aus den ersten beiden Ligen antreten, aber der FCK darf zum Beispiel bei zum Teil sehr populär besetzten Turnieren antreten. „Da wollen wir versuchen, uns einen Namen zu machen“, sagt Bohrmann, der sich auch mehrmals im Jahr ein E-Football-Event für die Fans im Fritz-Walter-Stadion vorstellen kann, bei dem eventuell auch mal der ein oder andere Profi mitspielt. Langfristig könnten auch am oder vor dem Spieltag erst mal die E-Sportler der Vereine und vielleicht die Kapitäne der beiden Teams gegeneinander antreten.

Start im April geplant

Der Twitch-Kanal des FCK wird Anfang April freigeschaltet. Die Kandidatensuche läuft auf Hochtouren. Die Bewerber treten derzeit in Online-Turnieren gegeneinander antreten. Die besten Spieler dürfen sich vor der „Jury“, den Verantwortlichen des Vereins und Vertretern der Agentur präsentieren. Maximal drei können sich am Ende ihren Traum vom Vertrags-E-Sportler beim FCK erfüllen und im FCK-Trikot online gehen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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