Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Waldhof vor dem Drittliga-Start: Großes Ziel und kleiner Kader

Der Waldhof-Kader für die Saison 2021/22: Obere Reihe (von links): Mohamed Gouaida, Marcel Gottschling, Marcel Seegert, Gerrit G
Der Waldhof-Kader für die Saison 2021/22: Obere Reihe (von links): Mohamed Gouaida, Marcel Gottschling, Marcel Seegert, Gerrit Gohlke, Anthony Roczen, Jesper Verlaat, Jan Just, Anton Donkor, Rafael Garcia, Marcel Costly. Zweite Reihe (von links): Tim Beidinger (Teambetreuer), Cedric Schmidt (Physiotherapeut), Joseph Boyamba, Onur Ünlücifci, Marc Schnatterer, Kevin Stotz, Florian Braband, Patrick Glöckner, Max Mehring, Dennis Tiano, Dominik Martinovic, Malik Mikona, Shinhyung Lee, Tahir Yazgan (Teambetreuer). Dritte Reihe (von links): Gillian Jurcher, Léonce Kouadio, Fridolin Wagner, Jan-Christoph Bartels, Timo Königsmann, Akin Akar, Stefano Russo, Niklas Sommer, Hamza Saghiri.

Mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg starten die Fußballer des Drittligisten SV Waldhof Mannheim in die neue Spielzeit. Los geht es im Carl-Benz-Stadion an diesem Samstag um 14 Uhr (Magenta Sport). Trotz eines großen Ziels sind die Aussichten auf den Saisonstart eher wolkenverhangen.

Es ist vor allem die Aussage des Vereinspräsidenten Bernd Beetz, die Patrick Glöckners Stimmung drückt. Beetz hatte am Montag nicht nur eine weitere Verbesserung der Vorjahresplatzierung, sondern auch den Aufstieg in den kommenden beiden Jahren als Ziel ausgegeben. In der Vorsaison waren die Mannheimer als Achter durchs Ziel gegangen und zumindest hier kann sich der Waldhof-Trainer durchaus eine Verbesserung vorstellen. „Wir sind Sportler und es ist klar, dass wir uns immer weiter verbessern wollen.“

Allerdings weiß Glöckner auch, welches Personal er dafür aktuell zur Verfügung hat. Denn nicht genug damit, dass den zehn Abgängen bislang erst drei Neuzugänge gegenüberstehen, „sondern mit Marco Schuster, Max Christiansen, Jan-Hendrik Marx und Arianit Ferati haben wir auch vier eigentlich unersetzliche Spieler verloren.“ Dem gegenüber steht in dem 35 Jahre alten Marc Schnatterer vom Zweitligisten Heidenheim bislang erst ein Akteur, der die Waldhöfer nach vorne bringen kann.

Heiß umworbene Spieler

Fridolin Wagner von Absteiger KFC Uerdingen und Niklas Sommer von Dunajska Streda aus der Slowakei sieht Glöckner offenbar noch nicht in dieser Position. „Bis jetzt haben wir noch nicht die Verpflichtungen, die man sich gewünscht hätte“, räumte er deshalb ein. Eine Kritik an Sportchef Jochen Kientz sei dies indes nicht, versicherte er auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem Saisonauftakt: Allerdings seien gerade die Akteure, die den SV Waldhof gezielt verstärken würden, auch von anderen Klubs heiß umworben.

Hinzu kommen verletzungsbedingte Ausfälle schon zum Saisonauftakt. Onur Ünlücifci befindet sich nach seiner Verletzung aus der Vorsaison erst wieder im Aufbautraining. Angreifer Anthony Roczen verletzte sich im letzten Testspiel gegen den FSV Frankfurt und nach dem Abschlusstraining meldete in Gillian Jurcher ein weiterer Angreifer Adduktorenprobleme. „Wir werden also gegen Magdeburg den gesamten verbliebenen Kader mit dabeihaben“, sagte Glöckner mit einem Schuss Galgenhumor. Immerhin: Bei Mannschaftskapitän Marcel Seegert ist ein Einsatz nach seiner Schulterverletzung gegen Gießen zumindest nicht ausgeschlossen.

Wer steht im Tor?

Seegert ist demnach auch das einzige Fragezeichen in der Mannheimer Startaufstellung, die Glöckner selbstverständlich noch nicht zu Protokoll gab. Auch nicht eine der wichtigsten Positionen. „Natürlich habe ich schon im Kopf, wer am Samstag spielen wird, aber das will ich morgen erst intern mit den Jungs klären.“ „Die Jungs“ sind dabei Timo Königsmann und Jan-Christoph Bartels, die um den Platz im Tor konkurrieren.

So oder so werde es eine schwere Aufgabe gegen den 1. FC Magdeburg, der im Vorjahr einen bärenstarken Endspurt hinlegte und dessen Kader nicht nur in weiten Teilen zusammenblieb, sondern auch um neun Neuzugänge ergänzt wurde. Der gebürtige Mannheimer Christian Titz habe eine Mannschaft geformt, „die Fußball spielen will“, charakterisierte Glöckner den Gegner. Der Trainer hofft deshalb auf die Unterstützung von dritter Seite. „Wir freuen uns alle darauf, dass wir wieder mit Zuschauern spielen.“ Rund 6200 Karten sind für den Saisonauftakt bislang verkauft. Bis zu 14.500 Besucher dürften ins Stadion. Auch die Vorfreude der Mannheimer auf ihren SV Waldhof ist demnach noch ausbaufähig.

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