Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Waldhof: Abfahrt ins Ungewisse

Bereit für den Endspurt: Waldhof-Kapitän Kevin Conrad.
Bereit für den Endspurt: Waldhof-Kapitän Kevin Conrad.

Mit dem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen geht für den SV Waldhof Mannheim am Samstag (14 Uhr) die Dritte Liga weiter. Von jetzt an wollen die Blau-Schwarzen trotz aller Ungewissheit den zweiten Tabellenplatz verteidigen.

„Es könnte schlechter sein“, schreibt Kevin Conrad und schickt einen Smiley hinterher. Die Waldhöfer warten seit Sonntag im Radisson-Hotel in der Mannheimer Innenstadt darauf, dass die Saison in der Dritten Liga fortgesetzt wird. Das Team residiert in einem schicken Neubau, gehobenes Niveau. Die Mannschaft befindet sich in Quarantäne, hat es dabei aber, wenn man den Worten des Kapitäns Glauben schenkt, ganz gut erwischt. Die Blau-Schwarzen haben einen eigens abgetrennten Bereich in dem Hotel, weil das die Hygienebestimmungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor dem Re-Start vorschreiben.

Waldhof ist jetzt ein Gejagter

Vom Radisson aus wollen die Mannheimer zum Saisonendspurt aufbrechen, um ihren aktuellen Tabellenplatz zu verteidigen. Als Zweiter und nach vielen verbalen Giftpfeilen, die in den zurückliegenden Wochen innerhalb der Liga verschossen wurden, ist der Aufsteiger von jetzt an ein Gejagter im Kampf um den Aufstieg in die Zweite Liga. „Wir nehmen den Kampf an“, sagt Bernhard Trares, der wohltuend unaufgeregt mit der besonderen Lage umgeht. Dem Fußballlehrer ist die Erleichterung anzumerken, dass es nach vielen Wochen der Ungewissheit nun mit dem Spielbetrieb weitergeht. Bei den TV-Übertragungen der ersten Bundesligaspiele war der 54-Jährige „vom Niveau positiv überrascht“.

Gleiches erhofft sich der Coach auch am Samstag im Carl-Benz-Stadion von seiner Mannschaft: positiv überrascht werden. Bestmöglich haben Trainer und Spieler daran gearbeitet, die Voraussetzungen zu schaffen, um weiter eine positive Überraschung der Saison zu sein. Wie es kommt, vermag Trares aber nicht vorherzusagen. „Keiner kann sagen, wie das ausgeht“, erklärt der Waldhof-Coach und meint damit die Ungewissheit, die in der gesamten Liga herrscht. „Einen fairen Wettkampf wird es nicht geben, weil die Vereine unterschiedlich trainieren durften.“

Jedes Spiel ist besonders

Die Uerdinger, die laut Trares einen „fantastischen Kader“ besitzen, gleichzeitig aber „turbulente Zeiten“ hinter sich haben, dürften hinsichtlich der Trainingsmöglichkeiten ähnliche Voraussetzungen wie der SVW gehabt haben. Das deutet auf ein ausgeglichenes Match hin, in dem die Waldhöfer auf den gelbgesperrten Marcel Seegert verzichten müssen.

Ausgerechnet gegen Uerdingen geht es für den SVW weiter, gegen den es in den Aufstiegsspielen 2018 einen Spielabbruch gab. Ob das für die Spieler noch eine Rolle spielt? „Nein“, sagt Conrad: „Für uns ist jetzt gerade jedes Spiel besonders.“

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