Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Sportstätten waren Thomas Schramms Steckenpferd

Geht nach 39 Jahren und sechs Monaten beim Sportbund Pfalz in den Ruhestand: der stellvertretende Geschäftsführer Thomas Schramm
Geht nach 39 Jahren und sechs Monaten beim Sportbund Pfalz in den Ruhestand: der stellvertretende Geschäftsführer Thomas Schramm.

Thomas Schramm hat ein großes Stück Geschichte des Sportbundes Pfalz mitgeschrieben – in fast 40 der 70 Jahre, auf die die Dachorganisation der pfälzischen Vereine zurückblickt. Am Dienstag geht der 63-Jährige aus Krottelbach, der 15 Jahre Jugendsekretär und 25 Jahre stellvertretender Geschäftsführer beim Sportbund war, in die Altersrente. Dankbar und stolz, wie er betont: „Es waren erfüllte Jahre.“

Von Klaus D. Kullmann

Ein letzter Höhepunkt blieb ihm vergönnt – die Fachmesse „SpoBau“. Sie war auf den 26. März terminiert, musste aber wegen der Coronavirus-Epidemie abgesagt werden. „Ich hätte das gerne noch mal gemacht, noch mal die Kontakte zu den Fachfirmen und den Vereinen gehabt“, sagte Schramm. 2001 hatte die erste „SpoBau“ stattgefunden, sechs Messen wurden seither veranstaltet. Damit steht der Sportbund bundesweit hervorragend da. Der Sportstättenbau in der Pfalz war Schramms „Steckenpferd“. Er und seine Kollegin Carina Neumann, die mit Ralf Pletsch Schramms Aufgaben übernimmt, haben einen starken Beratungsservice für die Vereine aufgebaut, rund 3100 Projekte in 25 Jahren gefördert. „Die meiste Erfüllung empfand ich, wenn ich den Vereinen helfen konnte“, versichert Schramm.

Als Jugendsekretär zum Sportbund

Er war Kundendienstberater in einem Autohaus, wo er seinen Betriebswirt machte, als er 1980 als Vorsitzender des Tischtennisvereins Hersch-weiler-Pettersheim die Stellenanzeige las: Jugendsekretär gesucht. Sportbund-Geschäftsführer Werner Tag stellte ihn ein und förderte den jungen Schramm, der die jugendpolitische Arbeit im Sportbund stärkte, Sportkreisjugendleiter installierte, Jugendleiterlehrgänge ausbaute und den Pfalzpreis „Jugend&Sport“ kreierte. „Werner Tag, der gerade 90 wurde und derselbe Jahrgang wie mein Vater ist, öffnete mir Türen und ebnete mir Wege“, betont Schramm. Unter Sportbund-Chef Rudi Müller lernte er die Sportdiplomatie kennen, viele internationalen Kontakte schärften sein multikulturelles Denken und seinen Respekt vor ausländischen Mitbürgern.

1995 begann ein neuer Abschnitt. Mit Martin Schwarzweller, dem Nachfolger von Werner Tag als Geschäftsführer, bildete Thomas Schramm als Nachfolger von Jochen Wetter das neue Führungsduo. „Vom ersten Tag an schrieben wir uns die Transparenz in allen Dingen auf die Fahnen“, sagt Schramm, der den Bereich Finanzen verantwortete: „Der Sportbund steht auf einem sehr guten Fundament, wir haben keine finanziellen Verpflichtungen, der Neubau ist darlehensfrei.“

Neubau der Geschäftsstelle ein Meilenstein

Der Bau der neuen Geschäftsstelle 2013 war ein Meilenstein in Schramms beruflicher Laufbahn. „Ich bin so oft hierher an den Neubau gekommen als würde ich mein eigenes Haus bauen“, erinnert er sich. Aber auch die unseligen Jahre sind hängen-geblieben, auch wenn sie jetzt schon ein paar Jahre her ist. „Die Krisen, die der Sport in Rheinland-Pfalz hatte, wurden vom Ehrenamt hereingetragen, das waren für uns keine einfachen Zeiten, sie haben Kraft gekostet“, sagt der stets harmoniebedürftige, warmherzige, bis heute dienstälteste Sportbund-Mitarbeiter Thomas Schramm, „der erst einmal daheim ankommen, alles setzen lassen will“, ehe er sich womöglich ehrenamtlich irgendwo einbringt. Fast 50 Jahre im Beruf – das ist eine Ewigkeit. Jetzt hat die Familie Vorfahrt.

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