Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Sport-Plauderei: Helmut Wesper über Handball und Ehrenamt beim TV Wörth

Joachim Pual im Gespräch mit Helmut Weper (rechts).
Joachim Pual im Gespräch mit Helmut Weper (rechts). Foto: ´JOPA

Seit fast 35 Jahren ist der jetzt 58-jährige Helmut Wesper in der Handballabteilung des TV 03 Wörth aktiv. Er war Spieler, dann Trainer und schon früh in der Abteilung engagiert. Schließlich wurde er Abteilungsleiter. Wesper – ein Motor, ein Mann für viele Fälle.

Herr Wesper, ich treffe Sie beim Training mit der weiblichen D-Jugend. Sie sind doch aber Abteilungsleiter. Ist dies ein zusätzliches Hobby?
Ich kam 1985 beruflich zu Daimler nach Wörth. In Dortmund hatte ich zuvor bei der DJK Oespel-Kley Handball gespielt und war auch schon Jugend-Trainer. Seit September bin ich beim TV Wörth für einen erkrankten Trainer eingesprungen.

Haben Sie 1985 gleich beim TV Wörth gespielt?
Ja, mit 23 Jahren spielte ich zunächst in der zweiten und dritten Mannschaft. In der ersten Mannschaft wurde ich nach deren Abstieg aus der Regionalliga im ersten Oberliga-Jahr unter Trainer Alfons Klöffer eingesetzt – wechselweise auch in der Zweiten. Bis zum 39. Lebensjahr – doppelt so alt wie manch junger Mitspieler – war ich in der ersten Mannschaft und bis zum 49. in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga aktiv.

Zu der Zeit waren Sie aber auch schon in der Führungscrew der Handballabteilung?
Kurz nach meinem Wechsel engagierte ich mich schon in der Abteilung – zusammen mit weiteren aktiven Spielern. Gerhard Stieber und später Thomas Butzinger waren Abteilungsleiter. Damals habe ich auch Jugendmannschaften und die zweite Mannschaft trainiert. Als 1997 der Förderverein Handball gegründet wurde, wurde ich Erster Vorsitzender, was ich fünf Jahre blieb, und war parallel als Jugendleiter tätig.

Also schon eine Menge Ehrenamt ...
Ja, damals war das normal. Ich habe es so in Dortmund kennengelernt, dass man als aktiver Spieler etwas an den Verein zurück gibt. Nachdem Thomas Butzinger nicht mehr als Abteilungsleiter kandidierte und alle langjährigen Kollegen 2007 aus der Abteilungsleitung ausschieden, übernahm ich die Führung.

Sie hatten die Leitung aber nicht durchgehend bis heute?
Nein, diesen Job nahm ich sieben Jahre lang wahr, bis ich berufsbedingt Auslandsreisen hatte und – überlastet mit zu vielen Aufgaben im Verein – gesundheitlich angeschlagen 2014 zurückgetreten bin.

„Macht Spaß, Ideen zu entwickeln“

Aber Sie kamen zurück.
Die Abteilung war drei Jahre ohne Leitung. Ich meinte aber, dass so eine große Abteilung – wir haben 560 Mitglieder – es verdient hat, einen Vorsitzenden zu stellen. Ich hatte auch den Spaß nicht verloren. Zudem war ich gesundheitlich wieder gefestigt. Es hat mir im Beruf und im Verein immer Spaß gemacht, Ideen zu entwickeln und auch etwas Konkretes umzusetzen – so wie das Ehemaligentreffen 1999 zum 70. Bestehen der Abteilung sowie Handballcamps oder auch die Oldie-Night , die ich mit meinen beiden alten Kollegen Thomas Butzinger und Rolf Kimmel ins Leben gerufen habe. Seit über 20 Jahren lockt die Oldie-Night mit bekannten Bands auch viel Auswärtige nach Wörth. Die Bienwaldhalle ist dann immer ausverkauft. Nicht zu vergessen die Organisation des größten Jugendturniers der Region, das zum 30. Mal stattfand. Zuletzt betreute ich das Young Referee-Projekt zwei Jahre, um Nachwuchs-Schiedsrichter zu gewinnen, wodurch wir jetzt zehn Jugendliche/junge Erwachsene haben, die bei Heimspielen pfeifen.

Was war ihr Ziel, als Sie 2017 die Abteilungsführung wieder übernahmen?
Ich wollte Stück für Stück Aufgaben an andere Mitstreiter abgeben und jüngere Leute gewinnen.

Das ist Ihnen gut gelungen.
Ja, als erstes haben junge Leute ein neues Event mit „Rock am Altwasser“ ins Leben gerufen. Die Oldie-Night und das Jugendturnier gehen langsam auch über in jüngere Hände. Toll war die Zusammenarbeit im Festausschuss zum 90-jährigen Jubiläum in diesem Jahr. Es gibt junge Leute, die etwas machen wollen. Man muss ihnen Vertrauen schenken, Rückendeckung geben. So kann man junge Leute in Gremien und im Vorstand integrieren und die Zukunft des Vereins sichern. Interview: Joachim Paul

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