Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Simple Erklärung für die prekäre Lage der Adler Mannheim

Am Flugeinsatz der Adler – hier Tyler Gaudet – mangelt’s bisher gegen Köln nicht. Eher schon an Toren.
Am Flugeinsatz der Adler – hier Tyler Gaudet – mangelt’s bisher gegen Köln nicht. Eher schon an Toren.

Nach der 2:3-Niederlage in der zweiten Verlängerung gegen die Kölner Haie reisen die Adler Mannheim erneut mit der Bürde eines Rückstands zum zweiten Auswärtsspiel der Viertelfinalserie nach Köln (Dienstag, 19.30 Uhr). Der Heimvorteil spielte in den drei Partien allerdings bislang noch keine Rolle – im Gegenteil.

Wenn sich die Experten einig sind, kann Eishockey manchmal ganz einfach sein. Letztlich waren die Haie am Sonntagabend vor allem in einem Detail besser: Sie haben aus ihren deutlich weniger Chancen drei Treffer gemacht, während die Mannheimer trotz eines guten Dutzends an Großchancen nur deren zwei nutzen, waren sich Uwe Krupp, Trainer der Kölner, und Adler-Coach Bill Stewart im Anschluss einig. „Wenn man Chancen hat, dann muss man sie auch verwandeln. Das ist das, was unter dem Strich zählt“, dozierte Stewart.

Vier Tore – einfach zu wenig

Genau daran hapert es bei seiner Truppe bisher in dieser Viertelfinalserie allerdings. Nach neun gespielten Dritteln und 27 Minuten in der Verlängerung stehen für die hochambitionierten Adler erst vier Treffer auf der Habenseite. So hinken einige der schon als Torjäger aufgefallenen Akteure, etwa Borna Rendulic aber auch Matthias Plachta, den Erwartungen deutlich hinterher. Auch wenn es ausgerechnet Plachta war, der die Adler in Spiel drei mit seinem Kracher 77 Sekunden vor dem Ende der normalen 60 Minuten zumindest in die Verlängerung gerettet hatte. Bis dahin ging von ihm aber eben so wenig Gefahr aus wie vom Kroaten. Beide zeichneten sich in dem intensiven und kampfbetonten Spiel eher durch ihre riskanten Scheibenverluste aus als durch Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Kasten.

Nach drei Partien sind bei den Adlern zudem noch zwei Sturmreihen ohne Treffer aus dem Spiel heraus. Es trafen in Begegnung drei zwar Tyler Gaudet und eben Plachta (59.), aber bei Gaudets Tor waren die Adler ebenso in der Überzahlformation wie beim Ausgleich, bei dem die Mannheimer sogar schon Torhüter Arno Tiefensee zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen hatten.

Verbissenes Duell: Kölns Stanislav Dietz und Adler-Routinier David Wolf (rechts).
Verbissenes Duell: Kölns Stanislav Dietz und Adler-Routinier David Wolf (rechts).

„Wir müssen ein Tor mehr schießen“, antwortete Tiefensee verblüffend einfach auf die Frage nach der Ursache für die Niederlage. Kann man so sehen, aber weniger Treffer zulassen, wäre natürlich auch eine Möglichkeit. So sahen die Mannheimer bei den Gegentoren in der regulären Spielzeit alles andere als gut aus. David McIntyres später Siegtreffer (87.) war hingegen die reine Zielstrebigkeit. Beim 1:1 (Mark Olver, 32.) irritierte hingegen dessen Sturmkollege Andreas Thuresson Torhüter Tiefensee, der auf den Versuch reagieren musste und deshalb den an sich harmlosen Chip-Pass passieren ließ.

Ein kleiner Vorwurf an die Schiris

Bei Nick Bailens 1:2 (36.) bemühten die Schiedsrichter den Videobeweis, hatten trotz reichlich Stockeinsatz aber keine irreguläre Behinderung Tiefensees durch den Torschützen erkannt. „Ich glaube, man hätte das Tor auch aberkennen können“, sagte der Torhüter im Anschluss. Dass sich der Kölner aber trotz vier benachbarter Verteidiger recht unbehelligt in der gefährlichen Zone befand, ließ der Youngster im Adler-Tor, der erneut den angeschlagenen Felix Brückmann vertrat, unerwähnt.

Bleibt als Ursache für die Niederlage eine einfache Statistik. „Wir schießen zu wenig Tore. Und auf die kommt es an“, wiederholte Bill Stewart sein Rezept vor der vierten Partie am Dienstag in Köln. Getreu der Serie – bisher gewannen immer die Gastteams – können die Adler nach Siegen wieder ausgleichen. Im Falle eines Kölner Erfolges aber haben die Haie schon drei Matchpucks.

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