Handball
Sebastian Heymann: Ein Eckpfeiler der Rhein-Neckar Löwen steht im Innenblock
Schon während seiner Zeit bei der SG Flensburg-Handewitt pflegte Maik Machulla dieses Ritual. Er hat es mit zu den Rhein-Neckar genommen. Sein (persönlicher) Spieler des Spiels darf in der Kabine nach der Partie einen Sticker auf eine Tafel kleben. Am Donnerstag, nach dem Erfolg gegen den starken VfL, fiel die Wahl auf Sebastian Heymann.
Machulla hätte sich natürlich auch für Haukur Thrastarson, Dani Baijens oder David Späth entscheiden können. Nein, Sebastian Heymann sollte es sein. „Er hat es hervorragend gemacht und uns extrem geholfen“, betonte der Coach. Heymann ist seit zwei Wochen mehr gefragt, denn Robert Timmermeister verletzte sich in der Partie bei der HSG Wetzlar und fällt mit einer Meniskusverletzung vorerst aus. Seinen Part im Innenblock, neben Steven Plucnar, übernimmt nun Sebastian Heymann. Er hat sich wieder herangekämpft. „Schwere Zeiten gehören im Sport dazu. Das hatte ich schon zu häufig. Davor waren es Verletzungen, jetzt war es eine schwere Phase. Ich habe weiter gearbeitet, habe auch mit Maik gesprochen, was er sehen möchte“, erläuterte der 28-Jährige. „Dass es aktuell gut läuft, freut mich natürlich, schade, dass es Robert erwischt hat.“
Verletzung schien nicht schlimm
Sebastian Heymann kam im Sommer vor einem Jahr von seinen Stammverein Frisch Auf! Göppingen. Er war in blendender Form, dann verletzte er sich im Dezember 2024 im Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt. Die Verletzung schien gar nicht so schlimm, doch das war ein Irrtum. Heymann verpasste die Weltmeisterschaft im Januar und spielte bei den Löwen keine Rolle mehr, weil danach auf der Zielgeraden noch eine Blessur am Ellbogen dazu kam.
Nun erfolgte der Neustart. Heymann musste sich lange gedulden, kam im Spiel gegen die Füchse Berlin zum Einsatz. Er warf innerhalb weniger Minuten drei Tore, ehe der Halblinke beim Stand von 10:10 vom Berliner Nejc Cehte bei einer Abwehraktion hart im Gesicht erwischt wurde. Der Kopf brummte, Heymann konnte in der zweiten Halbzeit nicht mehr mitmachen.
Am Donnerstag sagte der knapp zwei Meter große Spieler: „Ich nehme das, was ich bekomme. Im Moment ist es auch in der Abwehr sehr anstrengend. Ich kann auch im Angriff helfen, die Jungs machen es im Moment sehr gut.“ Die Jungs: Das sind Dani Baijens (9) und Haukur Thrastarson (8), die zusammen im Spiel gegen den VfL Gummersbach 17 Tore erzielte. Heymann freute sich über den Coup gegen Gummersbach. „Wir haben es geschafft, nach oben den Anschluss herzustellen, dafür war es ein wichtiger Sieg. Das gibt uns als Mannschaft extrem viel.“
Nationalmannschaft – geht das was?
Am kommenden Mittwoch nominiert Bundestrainer Alfred Gislason seinen Kader für die Europameisterschaft in Dänemark. Der Spieler der Rhein-Neckar Löwen bringt sich in diesen Tagen in Erinnerung. Zum letzten Mal hatte Heymann Kontakt zu dem Bundestrainer, als das Aufgebot für die Länderspiele gegen Island bekannt gegeben wurde. Da fehlte Sebastian Heymann. Sein Fokus liegt auf den Löwen, betont er.
Was ist in dieser Saison noch möglich für die neuformierte Mannschaft? Das vordere Mittelfeld ist wieder in Sicht. Nach dem Sieg gegen den Altmeister Gummersbach liegen die Löwen auf dem siebten Platz, der VfL Gummersbach auf dem ersten Europapokalrang hat drei Pluspunkte mehr auf dem Konto. Am Sonntag gastieren die Löwen bei der SG Flensburg-Handewitt, dem Verein also, den Maik Machulla 2018 und 2019 zur deutschen Meisterschaft führte.