Motorradsport
Sandbahnrennen Altrip: Viel Regen, lange Pause und ein schneller Niederländer
Wässern oder trocknen, das ist an Fronleichnam auf der Sandbahn in Altrip alljährlich die Frage. Heuer kam von Petrus eine klare Ansage. Gewässert wurde auf natürliche Weise. Das Nass kam vom Himmel – und zwar nicht zu wenig. „Wir sind froh, dass die Veranstaltung überhaupt starten konnte“, gestand Steffen Schneider, der Erste Vorsitzende des Veranstalters MSC Altrip.
In der Nacht zum Donnerstag hatte es heftig geregnet, noch um 8 Uhr morgens stand die Bahn unter Wasser. Viele 200 Helfer waren gefordert und brachten die Bahn am Ende in einen renntauglichen Zustand. Allerdings: Die freien Trainings am Morgen fielen aus.
Zwei Minuten Zeit zum Trainieren
Um 13.30 Uhr ging es gleich mit dem ersten von 22 Rennen in den vier Klassen los, direkt davor gab es zwei Minuten Zeit, um Trainingsrunden zu drehen. „Ich habe nicht daran gedacht, dass wir überhaupt fahren können“, sagte Manuel Meier aus Gengenbach, der mit Lena Siebert (Melsungen) in der Seitenwagenklasse startete. Sein Bravourstück gelang Maier im 14. Rennen, als er den besser gestarteten Raphael San Millan (mit Benedikt Zapf auf dem Seitenwagen) in der zweiten Runde überholte.
Kein Kraut gewachsen war jedoch gegen Markus Venus (Pfarrkirchen), der mit Beifahrer Markus Eibl (Dietersburg) in allen vier Rennen als Erster über die Ziellinie fuhr. Selbst im Endlauf als er von Position sechs, also von ganz außen und mit dem schwarz-weißen Helm, startete, lag er schon in der ersten Kurve in Front.
Ein Familientrip samt Rennen
Apropos Kurven: Die Bahn heißt „Altriper Ei“, weil sie zwei unterschiedliche Kurven aufweist, eine weite nach dem Start und eine enge vor dem Ziel. Also eine Ei-Form, wenn man die Bahn von oben betrachtet.
„I like this track“ (Ich mag diese Bahn), erzählte Andrew Appleton im Fahrerlager während einer zweistündigen Regenpause. Der Engländer aus Reading westlich von London („In 18 Tagen werde ich 42“) zeigte sich trotz des Wetters entspannt. Mit dabei waren seine zwei kleinen Kinder und seine Frau, geschlafen wurde im Wohnmobil. „Wir kommen gerade aus Tschechien, aber auch dort ist am Sonntag der Renntag wegen Regens ausgefallen.“ Als Nächstes geht es für die Appletons nach Bielefeld zu einem EM-Lauf.
Hummel fliegt allen davon
Der angekündigte britische Speedway-Star Chris „Bomber“ Harris ist nicht erschienen. Am Start hingegen zwei Klasse-Fahrer aus den Niederlanden, Romano Hummel und Dave Meijerinck, die in der Punktewertung die Plätze eins und zwei vor Lukas Fienhage aus Lohne belegten. Beim Höhepunkt, dem Rennen um das große Weinglas, gab Hummel keinem Gegner eine Chance, Meijerinck musste die Bahn verlassen und schied aus. Zweiter im „Römer“-Lauf wurde Appleton und erhielt einen Pokal. Aber auch seine zwei Kinder strahlten. Sie ergatterten als Souvenir zwei kleine gelbe Fähnchen, die als Streckenmarkierung im Sand steckten.
Ebenso hoch zufrieden – der MSC Altrip: Duncan Pfeifer siegte in der Junioren-Klasse, Tim Widera wurde Zweiter im B-Solo-Wettbewerb.