Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Saarbrücken ringt Waldhof nieder: Feiertag im Ludwigspark

Doppelpack beim Heimdebüt: Stefan Feiertag (rechts) hatte an beiden Treffern die Füße im Spiel. Die Vorarbeit zum 2:0 leistete E
Doppelpack beim Heimdebüt: Stefan Feiertag (rechts) hatte an beiden Treffern die Füße im Spiel. Die Vorarbeit zum 2:0 leistete Elijah Krahn.

Der 1. FC Saarbrücken schlägt im Südwest-Derby den SV Waldhof mit 2:1. Damit steuert die Saar-Equipe auf Zweitliga-Kurs. Die Kurpfälzer rutschen auf einen Abstiegsrang.

Eine vermeintlich schon klare Angelegenheit gerät noch zur Zitterpartie: Nach sechs Minuten hat der 1. FC Saarbrücken am Samstag im Drittliga-Derby bereits mit 2:0 gegen den SV Waldhof geführt. Gegen Ende aber hat das Team von Trainer und Manager Rüdiger Ziehl noch einmal mächtig bangen müssen. Ein zweifelhaft zustande gekommener Elfmeter hat die Elf von Bernhard Trares kurz vor der Pause überhaupt erst ins Spiel gebracht.

Sechste Minute der Nachspielzeit im brodelnden Ludwigspark: Der eingewechselte Seyhan Yigit wuchtet den Ball weit übers Tor. Ein letzter Akt der Verzweiflung – Sekunden später ertönt der Abpfiff. Erleichtert jubeln die Saarbrücker, die mit dem 2:1 (2:1)-Erfolg bis auf einen Zähler an Dynamo Dresden heranrücken. Die Dresdner, die weiterhin Aufstiegsrang zwei belegen, setzen zeitgleich ihre Partie beim VfB Stuttgart II in den Sand. Der Sieg der Schwaben wiederum lässt den SV Waldhof prompt auf einen Abstiegsrang rutschen.

40 Minuten lang sah es so gar nicht danach aus, als sollten es die Gäste in dieser Partie überhaupt auf einen grünen Zweig schaffen sollten. 15.208 Zuschauer im ausverkauften, aus Sicherheitsgründen leicht lückenhaft gefüllten Ludwigsparkstadion sahen einen FCS, der die Gäste offenbar in Grund und Boden stampfen wollte. Als die letzten Zuschauer vom Bier- und Würstchenstand zu ihrem Platz schlenderten, stand es bereits 2:0.

Paukenschlag schon in Minute eins

Paukenschlag nach nicht mal einer Minute: Stefan Feiertag spurtet bei einer Blitzattacke ab durch die Mitte, steuert – von Maurice Multhaup mit dem Spielgerät ausgestattet – aufs Mannheimer Gehäuse zu. Noch früher hätte der Österreicher sein Heimspiel-Debüt gar nicht krönen können. Der Ex-Linzer schlägt noch schnell einen Haken, fackelt dann nicht lange und lässt aus etwa zwölf Metern ein Pfund von Schuss ab. Jan-Christoph Bartels im SVW-Tor kann nur hinterherschauen.

Was für ein Einstand für den Stürmer, der nach eigenem Bekunden von Saarbrücken zwar schon mal gehört, das Saarland aber kaum gefunden hat. Feiertag war vor Wochenfrist sozusagen vom Zug direkt in den Teambus geklettert und hatte in Ingolstadt eine 23 Minuten währende Drittliga-Premiere gefeiert. Im zweiten Spiel war er der Matchwinner.

Saarbrücken mit Lust auf mehr

Bei ihm und seinen neuen Kollegen sprühte mit der Führung früh die Lust auf mehr. Und tatsächlich: Nur fünf Minuten nach der ersten Jubelarie hüpfte die Fan-Ostkurve „Virage Est“ erneut. Unsortierte Mannheimer ließen den Ball zu Elijah Krahn flutschen, der aus gut 14 Metern abzog. Die Kugel hätte kaum den Weg ins Tor gefunden, hätte nicht Feiertag noch die Beine ausgefahren und sie entscheidend abgefälscht.

Ihren Traumstart hätten die Gastgeber locker veredeln können: Multhaup legte sich den Ball mit der Hacke am Gegner vorbei, der neu in die Startelf gerückte SVW-Kapitän Marcel Seegert sah in dieser Szene eher alt aus. Multhaup zog aus kurzer Distanz ab, zielte aber schlecht und ließ nur die Latte wackeln (28.).

Spannende Partie – wenig vielversprechende Chancen

Die überrumpelten Kurpfälzer hatten Minuten vor der Pause nur dank eines arg zweifelhaften Elfmeters in die Partie gefunden. Calogero Rizzuto traf ein scharfer Ball von Maximilian Thalhammer aus kurzer Distanz am angelehnten Arm oder Rücken – unklar. Schiedsrichter Michael Bacher aber hielt das für strafstoßreif. Arianit Ferati vollstreckte gekonnt, machte sich mit anschließender Darbietung als sterbender Schwan allerdings keine neuen Freude im Saarland.

Die recht spannende Partie hatte in der Folge einiges zu bieten – außer aussichtsreicher Chancen. Allenfalls Julian Rieckmanns Schuss aus dem Rückraum hätte zum Ausgleich führen müssen. Krahn aber blockte im letzten Moment (81.). Der Ex-Hamburger hatte seinerseits zuvor das mögliche 3:1 sausen lassen (75.).

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