Fußball
Südwestderby beim SV Waldhof: 1. FC Saarbrücken darf auf Grün zurück
Im Südwestderby beim SV Waldhof (Sonntag, 13.30 Uhr) dürfen die Saarländer erst zum vierten Mal in diesem Jahr auflaufen. Dürfte klappen, denn im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ist gepflegt-bespielbares Grün zu bewundern – was die Saarländer ja nur von auswärts kennen.
Im Ludwigsparkstadion haben zwischenzeitlich auch die letzten Hälmchen Reißaus genommen. Dort toben Bagger und Baugerät, dort lässt die Landeshauptstadt flugs einen taufrischen Grünteppich sprießen. Initiator: Uwe Conrath, aus dessen Antlitz die Schamesröte noch nicht gänzlich gewichen scheint. Hat sich Saarbrückens Oberbürgermeister doch am Dienstag, als er die frohe Botschaft verkündete, gleich noch einmal bei Klub und Fans entschuldigt.
Es drohen „Heimspiele“ in der Fremde
So rasch in die Gänge gekommen ist man wohl, weil der DFB geschimpft hat und mit dem Entzug des Heimspielrechts bis Sommer droht – inklusive des Pokalhits gegen Gladbach, dem im Erfolgsfall mit dem Cup-Duell gegen den 1. FCK der Hammer folgen würde. Also ran ans Werk, ohne bürokratisches Gemurkse. Weil’s diesmal Hand und Fuß haben soll, hat die Stadt eine Expertenrunde fünf (!) Tage lang über dem Problem brüten lassen.
Der SV Hefersweiler kickt in der C-Klasse Kusel-Kaiserslautern. Was den „HSV“ mit dem acht Ligen höher spielenden FCS verbindet? Bei beiden ist – fast zeitgleich – ein neuer Rasenplatz angelegt worden. Nur: In Hefersweiler, wo der Klub alles in Eigenleistung gestemmt hat, ist seither nie ein Spiel ausgefallen, „selbst wenn anderswo nix ging“, betont Zweiter Vorsitzender Andreas Beyer. Drainage? Klar, sei daran gedacht worden, aber die habe es nicht gebraucht, weil die alte aus den 1980ern noch vorzüglich diene.
FCS hinkt zwei Partien und zwölf Zähler hinterher
Beyer ist übrigens staatlich geprüfter Wassermeister. Hätten sich mal nur auch die Bau-Profis der Saar-Stadt beim Stadionbau genügend Sachverstands bedient. Angeblich krankt es nicht an der fehlenden Drainage, sondern einer „Sperrschicht“ im Boden. Nun denn. Was auch immer Ursache ist: Die Blau-Schwarzen hinken jetzt zwei Drittliga-Partien hinterher und sehen den Relegationsplatz (bei aktuell zwölf Zählern Rückstand auf Ulm) nur aus der Ferne.
Also muss der FCS in Mannheim siegen. „Vor einem solchen Spiel muss man niemanden motivieren“, baut Trainer-Manager Rüdiger Ziehl darauf, dass seine Elf dem ebenfalls kriselnden Waldhof die Zähne zeigt. Ziehl spricht vom SVW als einer „guten Mannschaft, die in der Winterpause noch einmal massiv verstärkt wurde“. Da lässt Terrence Boyd grüßen, der – im FCK-Trikot – dem FCS mit seinem Derby-Tor zu Ostern 2022 wohl den Aufstieg verdorben hat. Ihn stoppen helfen kann zumindest Boné Uaferro nicht: Er fällt verletzt aus.