Handball
Rhein-Neckar-Löwen-Spieler Niclas Kirkelökke: „Ein komisches Jahr“
HSG Wetzlar also. „Für uns ist im Moment jeder Gegner schwierig“, sagte Niclas Kirkelökke im RHEINPFALZ-Gespräch. Die Löwen zeigen mit dem neuen Trainer Ljubomir Vranjes einen leichten Aufwärtstrend, in den Ergebnissen hat sich die Entwicklung noch nicht niedergeschlagen. Im Pokal-Viertelfinale gegen den THW Kiel gab es eine Niederlage, genau so wie einige Tage später bei den sehr jungen Füchsen Berlin. Und gegen den HC Erlangen folgte ein glückliches Unentschieden, nach 7:1-Führung ...
Kirkelökke: Ein Mitteljahr
Geht es in die richtige Richtung? „Ljubo ist hier zwei, drei Wochen. Das ist ein bisschen kurz, um zu bilanzieren. Es ist schwer, etwas zu sagen momentan. Aber er macht es gut bis jetzt“, meinte der Däne. Worin sieht Niclas Kirkelökke die Ursachen für die erneut enttäuschende Saison der Löwen? „Ich finde, es ist ein komisches Jahr. Klaus Gärtner war hier, dann wissen wir, dass Sebastian Hinze kommt, Andy Schmid geht am Ende der Saison weg, es ist so eine Art Mitteljahr. Aber natürlich müssen wir es besser machen“, erklärte der 27-Jährige, der im Dezember seinen auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängerte. Im Moment hat er auf der halbrechten Rückraumposition die Nase vorn, er hat den im Klub dauerkriselnden Europameister Albin Lagergren auf Platz zwei verwiesen. „Wir haben eine bessere Mannschaft, als wir es bisher gezeigt haben. In den letzten Spielen haben wir besser gekämpft, im Angriff haben wir noch Probleme, da lief es nicht so gut, aber in der Abwehr war es viel besser als vorher“, führte Kirkelökke aus.
Mehr Routine in den Abläufen bekommen
Ljubomir Vranjes hat taktisch einige neue Varianten eingeführt, nach Ansicht von Kirkelökke geht es nun darum, in den Abläufen mehr Routine zu bekommen. Mit seiner persönlichen Entwicklung ist er nicht ganz zufrieden, auch wenn es „besser und besser“ wird, wie er sagte. „Ich kann noch mehr zeigen. Meine Würfe können noch besser werden, ich darf nicht so viele Bälle verwerfen. Das kommt Schritt für Schritt“, meinte er.
In der dänischen Nationalmannschaft hat der Linkshänder den Anschluss geschafft und Pluspunkte gesammelt. Er stand in der Mannschaft, die bei der EM in der Slowakei und Ungarn die Bronzemedaille holte. Er durfte drei Spiele bestreiten, im letzten Zwischenrundenspiel gegen Frankreich, bei der 29:30-Niederlage, machte Kirkelökke von sich reden, er erzielte da zehn Tore. „Ja, das war wahrscheinlich mein bestes Spiel bisher für Dänemark. Generell war schön, ein bisschen wegzukommen“, sagte er. „Vom Gefühl her war Nikolaj auch zufrieden, wir haben hinterher nicht so viel gesprochen“, erzählte er mit Blick auf den dänischen Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen.
Dänemark aus dem Tritt
Durch das Spiel gegen Frankreich geriet der große EM-Favorit ein wenig aus dem Tritt und verlor in der Folge das Halbfinale gegen Spanien. „Der Flow der ersten Spiele war weg, wir wollten, dass die wichtigen Spieler mehr Pause bekommen, aber das hat nicht so geklappt.“