Handball
Rhein-Neckar Löwen: Juri Knorr kann jetzt sein eigenes Ding machen
Die Löwen gewannen die ersten zwei Spiele, empfangen am Donnerstag (19.05 Uhr) den SC DHfK Leipzig. „Ich bin schon sehr zufrieden. Aber da muss man die Vorbereitung mit einrechnen. Da haben wir das Fundament gelegt. Da haben wir es schon sehr gut gemacht. Wir haben uns ein gutes Gefühl dort geholt. Es gilt, das weiter zu bestätigen, die Intensität hoch zu halten“, erläuterte Knorr, Deutschlands größtes Spielmachertalent.
Glücklich über viele Spielanteile
Und persönlich? „Soweit war es ganz okay. Ich bin glücklich, dass ich so viel spielen darf, so viel Vertrauen bekomme. Mit hilft der Ansatz, so wie wir spielen: temporeich, dynamisch. Mir hilft es, dass ich mein Ding machen kann, es hilft, dass ein bisschen Last von mir abfällt. Es macht Spaß. Aber natürlich, es geht noch besser“, führte er aus.
Rückblende auf die vergangene Saison. Juri Knorr kam vom TSV GWD Minden, er sollte behutsam an seine Spielmacher-Aufgabe bei den Löwen herangeführt werden. Behutsam, denn Andy Schmid, der legendäre Löwen-Regisseur war ja noch da. Aber die erste Zeit war kompliziert, gepflastert von Rückschlägen. Da war zunächst einmal die Mannschaft, bei der es nicht lief. Trainer Klaus Gärtner musste gehen, Ljubomir Vranjes kam zu Jahresbeginn.
In den Schlagzeilen
Und Juri Knorr geriet in die Schlagzeilen im Kontext der Corona-Krise. Er ließ sich nicht impfen, weil er im Herbst zuvor schwer an Covid-19 erkrankte. Nach seiner Genesung ließ er sich seine Antikörper und Covid-19-spezifischen T-Zellen untersuchen, leitete davon seine natürliche Immunität ab. Knorr betonte stets, kein Corona-Leugner zu sein. Die EM in der Slowakei verpasste er, er erfüllte die Kriterien nicht.
„Es kam zur Hinrunde viel zusammen. Ich kam von Olympia, habe schon einen Teil der Saisonvorbereitung verpasst. Dann war ich verletzt, habe nur ein Spiel im Endeffekt gemacht, dann ging die Saison schon los. Ich hatte zwar ein gutes erstes Spiel, aber wir sind als Mannschaft einfach abgefallen. Das hat es für mich nicht einfach gemacht. Ich hatte nicht so viel Spielzeit, auch nicht auf meiner angestammten Position. Ich habe nach meiner Rolle gesucht, es war generell nicht einfach“, berichtete er und erklärte: „Dazu kam die Corona-Geschichte, die mich extrem belastet hat. Ich war komplett ausgeschlossen, war nur zu Hause, im Training und bei den Spielen. Es war die bisher schwierigste Zeit in meiner Handball-Karriere. Aber in der Rückrunde war es besser und immer einfacher für mich.“
Juniorchef wird erwachsen
Nun ist Andy Schmid zurück in der Heimat, und Juri Knorr darf es richten. Der Juniorchef schlüpft in die Senior-Manager-Rolle, Trainer Sebastian Hinze lobt seine Spielsteuerung. Knorr erinnert an seinen Mentor. „Ich bin Andy extrem dankbar, dass ich das mitnehmen konnte. Ich habe viel von ihm gelernt. Er hat mir extrem geholfen. Gerade in der schwierigen Phase war er die wahrscheinlich wichtigste Person für mich im Umfeld des Vereins. Er hat mich besonders gestützt und mich immer wieder ermutigt. Das war sehr wertvoll für mich“, betonte Knorr.
Mit einem klasse Spiel in Gummersbach im Test gegen Ungarn im Februar feierte er sein Comeback im Nationalteam. Im Januar steht die WM in Polen und Schweden auf dem Stundenplan, Juri Knorr hat Kontakt zum DHB.