Handball
Rhein-Neckar Löwen: Glücksgefühle bei der Rückkehr aufs Feld
Die Partie besaß deutlich mehr als einen 60-minütigen Testcharakter. Für die Löwen lieferte das Match wie für die Stuttgarter auch ein Gefühl der Rückkehr. Anfang März hatten die Badener ihr bislang letztes Bundesliga-Match absolviert, es folgten der Saisonabbruch und eine mehr als fünfmonatige Pause. Der Handball ist noch weit von einer Normalität entfernt – dennoch gab das Spiel gestern mentalen Rückenwind.
Trommler und Beats
In die Scharrena durften 500 Menschen, so dass neben den Schiedsrichtern und beiden Mannschaften knapp 450 Zuschauer zugelassen waren. Wer vor Ort war und kurz die Augen schloss, wähnte sich bei einem Bundesligaspiel zu Beginn des Jahres : Beide Mannschaften wurden von Trommlern unterstützt, der Hallensprecher schrie ins Mikrofon und aus den Boxen hämmerten außerdem laute Beats.
Wenige Minuten vor dem Ende animierte Nationalspieler Johannes Bitter, der Keeper des TVB, die Fans, noch etwas lauter zu werden. In der spannenden Schlussphase wollten die Schwaben mit Unterstützung der eigenen Zuschauer gewinnen. Doch das Vorhaben scheiterte, denn die Löwen waren in den entscheidenden Momenten einen Hauch besser – und siegten deshalb knapp.
Glücksgefühle bei den Spielern
„Als die Jungs heute vor dem Spiel aus dem Bus gestiegen sind, haben sie sich alle tierisch gefreut“, sagte Martin Schwalb. Der Trainer wusste um die Besonderheit des Matches für die Psyche seiner Spieler. „Das war etwas Besonderes, wir haben uns sehr gefreut“, erklärte Uwe Gensheimer. Der Löwen-Kapitän genoss es, auf der Tribüne Fans in gelben Trikots sitzen zu sehen – und die Anhänger wunderten sich über die Rolle des Linksaußen. Gensheimer agierte 40 Minuten lang als Spielmacher, weil Andy Schmid angeschlagen fehlte und auch Mait Patrail (Muskelfaserriss in der Wade) sowie Alexander Petersson (muskuläre Probleme) nicht zur Verfügung standen.
So spielten sie
TVB Stuttgart: Bitter, Prost - Kristjansson (3/1), Häfner, Lönn (5) - Wieling (1), Zieker (1) - Peseviski (3) - Asgeiersson, Weiß (8), Faluvegi, (2) Röthlisberger (2), Nicolaus, Foege
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka - Lagergren (1), Lagarde (3), Nilsson (2) - Groetzki (6), Gensheimer (5) - Kohlbacher (6) - Kirkelökke, Tollbring (2), Ahansou (1), Abutovic, Gislason (1)
Spielfilm: 4:3 (10.), 8:8 (20.), 11:13 (hz.), 12:16 (37.), 16:16 (41.), 22:22 (53.), 25:27 (Ende) - Strafminuten: 6/4- Siebenmeter: 3/1 - 0/0 - Beste Spieler: Weiß, Lönn - Groetzki, Kohlbacher- Zuschauer: 450- Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Neuried/Offenburg).