Handball
Rhein-Neckar Löwen gehen mit Rückenwind in die neue Saison
„Wir wollen europäisch spielen und den Abstand zu den Top-Mannschaften verringern. Wir wissen, dass das ein sehr ambitioniertes Ziel ist“, sagte am Donnerstag bei der Saisoneröffnungspressekonferenz Jennifer Kettemann, die Geschäftsführerin des Klubs.
Trainer Sebastian Hinze, der in einem Schnellkurs den Löwen eine neue Spielidee, neues Selbstvertrauen und neue Erfolge brachte, formulierte das Vorhaben der Löwen so: „Der Pokalsieg hat uns Auftrieb gegeben. Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Wir wollen uns stabilisieren, einen Schritt nach vorne machen. Es geht darum, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Spiele zu gewinnen.“
Zunächst sind zwei Qualifikationsspiele
Zunächst trachten die Löwen danach, in den zwei Qualifikationsspielen den Sprung in die Gruppenphase der Euro League zu schaffen. Die Auslosung ist am Dienstag, die Termine sind am 26./27. August und 2./3. September. „Ich freue mich, dass wir die Chance bekommen, das haben wir uns verdient in der letzten Saison. Wir wollen die Chance nutzen“, betonte Hinze. Am 23. August steigt der Supercup in Düsseldorf mit dem Spiel gegen den THW Kiel.
Vier Spieler mit Mentalität
Zum Erfolg beitragen sollen die vier Neuzugänge, die am Donnerstag in Kronau bereits an Bord waren. Das sind Jon Lindenchrone Andersen (26, Frisch Auf Göppingen), Gustav Davidsson (23, Hammarby IF), Steven Plucnar Jacobsen (22, KIF Kolding), Arnor Snaer Oskarsson (23, Valur Reykjavik), für Trainer Sebastian Hinze allesamt Spieler, die ins Konzept passen, sich partout verbessern wollen, sehr arbeitswillig sind, kurz: von der Mentalität keine Wünsche offen lassen. „Wir wollen eine Kultur schaffen, in der der maximale Erfolg möglich ist“, erläuterte Hinze. Bis auf Uwe Gensheimer und Magnus Grupe (beide Knieverletzung) sind alle Spieler am Sonntag beim ersten Training dabei, auch Halil Jaganjac und Joel Birlehm
Die Neuen im Kurzporträt.
Das sind die Neuen
Jon Lindenchrone Andersen. Der Halbrechte kam 2021 von SönderjyskE Handbold aus Dänemark zu Frisch Auf Göppingen und folgt bei den Löwen auf Albin Lagergren, der zurück nach Magdeburg ging. Jon Lindenchrone Andersen ist eher der spielerische Typ, er ist kein ausgewiesener „Shooter“ und ergänzt sich so gut mit Niklas Kirkelökke, mit dem er schon bei GOG Handbold zusammenspielte. „Ich habe die Zeit in Göppingen gebraucht, um mich an die Bundesliga zu gewöhnen“, sagte er.
Gustav Davidsson. Der halblinke Rückraumspieler wurde in Schweden zum besten Spieler der Saison gekürt. Er passt prima ins Schema. Davidsson liebt das Tempospiel, hat ein gutes Auge für den Kreisläufer. „Ich war Kapitän in Hammarby, wir haben gut gespielt, und deshalb stand ich besonders im Fokus“, sagte er der RHEINPFALZ zu seiner Auszeichnung. Kürzlich debütierte er in der schwedischen Nationalmannschaft.
Steven Plucnar Jacobsen. Der Däne ist ein großgewachsener Kreisläufer und gibt dem Spiel der Löwen so eine andere Note, kann Jannik Kohlbacher entlasten. In Kolding spielte er zumeist 60 Minuten im Innenblock. Er studiert nebenher Medizin, lässt das Studium nun aber ruhen, um sich ganz auf die Löwen und die Bundesliga zu konzentrieren.
Arnor Snaer Oskarsson. Der Isländer liebt das „Eins gegen Eins“, er hat viel Spielverständnis. Er soll durch seine flexible Spielweise Räume schaffen. Er muss sich als Abwehrspieler verbessern.
Ein Ehrengast
„Ehrengast“ gestern in Kronau war Junioren-Weltmeister David Späth, der nach dem Coup von Berlin daheim in Kaiserslautern ein paar Tage ausgespannt hat. „Ich fühle mich gut, so langsam habe ich es auch realisiert. Ich habe ein paar Tage Heimaturlaub gemacht, das hat gut getan“, sagte der Torhüter.
Da die SAP-Arena am ersten Spieltag belegt ist, starten die Löwen am zweiten Spieltag mit einer Auswärtspartie. Die HBL veröffentlicht den Spielplan heute um 12 Uhr.