Handball
Protestant und Handballer – Friedhelm Jakob wird 70 Jahre alt
„70 Jahre ist eine Altersgrenze, da muss ich sagen, ich scheue schon ein bisschen“, sagte Friedhelm Jakob am Montag. Früher hat er nie verstanden, wenn Geburtstagskinder im Januar ihre Feier auf den Sommer verschoben haben, einfach, um schöner feiern zu können, jetzt in der Pandemie ergeht es ihm ähnlich. „Wir halten uns an die Regeln, weil wir die Regeln für richtig halten“, sagte er.
Friedhelm Jakob war von 1997 bis 2013 Dekan in Speyer. Über den TV Edigheim kam er zum Pfälzer Handballverband. Er war ab 1999 zunächst Vize, von 2009 bis 2019 Präsident. Er hat viele Akzente gesetzt, weil er weit(er) dachte, weil sein Ansatz ein gesamtgesellschaftlicher war. Die Jugendförderung war ihm ein besonderes Anliegen.
Seelsorger im Handball
Die Kirche auf der einen Seite und den Handball auf der anderen, damit hat und hatte Jakob ein Alleinstellungsmerkmal. „Ich war der Seelsorger im Handball“, betonte Friedhelm Jakob. Sein Ansatz: Der Gesellschaft etwas zurückgeben, sein Engagement sah er im Handball besser aufgehoben als im Fußball. „Ich habe ethische Normen in den Sport eingebracht“, meinte er. Aber klar doch: Noch immer ist er dem Handball verbunden. Er ist nach wie vor Präsident des Jugend-Leistungshandball in Rheinland-Pfalz, dieses Amt will er im Mai abgeben.
Vier Enkelkinder halten ihn auf Trab
Mit seinen Neujahrsempfängen hat er den großen Handball in die Pfalz geholt. In Jakobs Amtszeit fällt die Sanierung der Pfalzhalle in Haßloch. Selbstverständlich verfolgt er die Bundesliga-Spiele der Eulen Ludwigshafen, natürlich hofft er am Wochenende auf eine erfolgreiche Olympia-Qualifikation in Berlin. „Friedhelm hat für mich große Spuren hinterlassen. Er hatte eine mutige, visionäre Führung. Er hat motiviert und begeistert“, betonte Ulf Meyhöfer, der Präsident des Pfälzer Handballverbandes.
Als Seelsorger und Pfarrer ist Jakob noch sehr aktiv: Seit Weihnachten hatte er acht Beerdigungen. Am Sonntag kam die vierte Trauanfrage. Seit kurzem schreibt er an einem Buch über sein Leben – es ist für die Enkel. Mit vier Enkeln, das hat er schon zu seinem Abschied gesagt, wird es ihm nie langweilig. Das „Home-Schooling“ hat er am Montag an seine Frau abgetreten – um Zeit für eine kleine Sportplauderei zu haben.