Fussball-EM
Portugal und Frankreich im Gleichschritt Richtung Achtelfinale
Vielleicht waren die Verbrüderungsszenen, die portugiesische und französische Fans an Szenetreffs der ungarischen Hauptstadt an einem schwülwarmen Sommertag vollführten, schon der Vorgeschmack auf den abendlichen Showdown in der Puskas-Arena. Letztlich haben sich der Europameister Portugal und Weltmeister Frankreich mit einem vor allem wegen dreier Strafstöße spektakulären Spiel im Gleichschritt den Einzug ins Achtelfinale gesichert.
In die Geschichtsbücher geht die Neuauflage des EM-Endspiels von 2016 deshalb ein, weil Cristiano Ronaldo mit zwei verwandelten Elfmetern (30. und 60.) nicht nur seine Turniertore vier und fünf schoss, der Superstar hat zudem den Länderspiel-Weltrekord von Ali Daei geknackt, der mit seinen 109 Treffern dachte, eine Bestmarke für die Ewigkeit zu besitzen. Dass ihn der 36-Jährige noch überholen wird, ist ziemlich sicher. Ebenfalls einen Doppelschlag schnürte auf der Gegenseite Karim Benzema (45.+2 und 48.). Doch keiner der vier Treffer löste jene explosionsartigen Gefühle auf den Rängen aus wie die Momente, als sich die Kunde von den ungarischen Wirkungstreffern aus München verbreitete. Auch ohne Auftritt der eigenen Elf wurde das Nationalstadion der Magyaren zum Tollhaus.
Renato Sanches als Antreiber
Die Augen richteten sich ansonsten auf das Duell zwischen Ronaldo und seinem 14 Jahre jüngeren Pendant Kylian Mbappé, der weiter auf seinen ersten EM-Treffer wartet. „Das bestmögliche Ergebnis, um eine negatives Erlebnis zu vermeiden“, das hatte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps eingefordert. Doch abgesehen von einer Mbappé-Chance, der den Ball zu zentral auf Keeper Rui Patricio feuerte (16.), kam die „Equipe Tricolore“ erneut nicht auf Touren. Flexibler in seiner Spielanlage wirkte der Titelverteidiger, der im ehemaligen Bayern-Profi Renato Sanches einen fleißigen Antreiber hatte. Zum verdienten Führungstor brauchte es eine Fehleinschätzung des französischen Torhüters Hugo Lloris, der bei seiner Faustabwehr nur den Kopf von Danilo Pareiro traf – Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zeigte das erste Mal auf den Elfmeterpunkt. Ronaldo verwandelte sicher.
Schiedsrichter im Mittelpunkt der Proteste
Der spanische Referee rückte erneut in den Mittelpunkt heftiger Proteste, als er im Zweikampf zwischen Nelson Semedo und Mbappé eine Regelwidrigkeit erkannt hatte, gegen die auch die Videokontrolleure nichts einwendeten. Der bis dahin glücklose Benzema schickte nun Portugals Tormann Patricio in die falsche Ecke.
Noch ausgelassener jubelte der Mittelstürmer, als ihn ein Pass von Paul Pogba erreichte und er unhaltbar ins lange Eck traf – die zunächst verweigerte Anerkennung hob der VAR zu Recht schnell auf (48.). Der Ausgleich aber ließ nicht lange auf sich warten, weil es bald den dritten Strafstoß gab. Und natürlich traf Ronaldo.

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