Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Horrorsturz der Pfälzerin Alessa-Catriona Pröpster: Das sagt ihr Heimtrainer

Alessa-Catriona Pröpster und ihr Heimtrainer Frank Ziegler.
Alessa-Catriona Pröpster und ihr Heimtrainer Frank Ziegler.

Die Pfälzerin Alessa-Catriona Pröpster ist in einen Horror-Sturz verwickelt. Die Bahnradfahrerin hat großes Glück. Vier Zuschauer kommen nicht so glimpflich davon.

Dieser Horrorcrash hätte viel schlimmer enden können: Beim Champions-League-Finale im Bahnradsport in London flogen Alessa-Catriona Pröpster (23) vom Bahnradteam Rheinland-Pfalz und die britische Olympiasiegerin Katy Marchant (31) über die Bande in die Zuschauer. Vier Besucher wurden leicht verletzt, Pröpster blieb wie durch ein Wunder unverletzt, Marchant indes musste in die Klinik.

Samstagabend im Lee Valley Park in London, der letzte von insgesamt fünf Wettbewerben in der Champions League. Im zweiten Vorlauf des Keirin-Turniers verhakten sich Pröpster und Marchant, drifteten in vollem Tempo die steile Kurve hinauf und flogen mitsamt den Rädern an den Füßen über die Plexiglasscheibe in die Zuschauerränge. Dieser rund 1,40 Meter hohe Schutz auf der Olympiabahn von 2012 war erst vor zwei Jahren installiert worden – nach einem Massencrash bei den Commonwealth Games. In der gleichen Kurve stürzten nun auch Pröpster und Marchant.

Olympiasiegerin bricht sich den Unterarm

Während Pröpster nach ein paar Minuten wieder auf den Beinen war, wurde Marchant länger behandelt. Am Sonntag hieß es, sie habe sich Elle und Speiche am rechten Unterarm gebrochen und zwei Finger ausgerenkt.

Großer Schock für alle vor Ort, aber auch für Heimtrainer Frank Ziegler am Bildschirm zuhause. „Solche Stürze sind ganz sicher die Ausnahme, sind ganz selten, es ist genau der fünfte in der Art, wo jemand über die Bande fliegt“, sagte Ziegler, der seit über 40 Jahren Trainer ist.

Trainer Ziegler: Der Abbruch war richtig

Er versuchte, den Sturz zu erklären: „Alessa war wie in einer Zange, von unten kriegt sie von der Holländerin eine mit, oben fährt Marchant. Wenn du dich da verhakst und den Lenker nicht mehr richtig festhalten kannst, dann gehst du ab. Dass geht so schnell.“ Die beiden hätten unglaublich Glück gehabt, sagte er bei aller Tragik erleichtert.

Es sei richtig gewesen, den Final-Abend abzubrechen, betonte Ziegler: „Ich habe gleich mit Luca Spiegel telefoniert, der kurz darauf gestartet wäre. Solch ein Sturz macht was mit den anderen Sportlern, die das sehen. Das geht durch Mark und Bein, da wird es unmöglich noch zu starten“.

Pröpster hatte schon zwei schwere Stürze

Am Sonntag konnte er auch Pröpster sprechen. „Es ist erst einmal in Ordnung, sie steht sicherlich unter Schock“, berichtete er. Er werde sie am späten Sonntagabend in Frankfurt abholen. Wie es für sie weitergeht, was in ihr vorgehe, könne nur sie beantworten. Der Keirin-Wettbewerb ist Pröpsters Lieblingsdisziplin, allerdings war sie bereits zweimal, in Grenchen und Cottbus, schwer gestürzt. Im vergangenen Jahr hatte die 23-Jährige Pröpster Platz zwei in der Champions League belegt, in diesem Jahr kam sie nach Rennen in Paris, Apeldoorn und am Freitag in London auf Platz 14.

In einem Statement der Veranstalter, die darin Genesungswünsche schickten und dem medizinischen Personal dankten, hieß es: „Wir arbeiten mit allen Parteien zusammen, um den Vorfall zu untersuchen, bevor wir angemessen in Aktion treten“.

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