FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Nach dem 3:4 in Dresden: Aufrichten und kräftig punkten

Stets engagiert: FCK-Rückkehrer Jean Zimmer, hier gegen Dresdens Jonathan Meier (links).
Stets engagiert: FCK-Rückkehrer Jean Zimmer, hier gegen Dresdens Jonathan Meier (links).

Lange Zeit zum Nachdenken bleibt für die Profis des 1. FC Kaiserslautern nicht. Schon am Dienstagabend treffen die Lauterer im nächsten Drittliga-Spiel auf Türkgücü München. Trainer Jeff Saibene nimmt trotz der 3:4-Niederlage Positives mit aus Dresden. Doch die Situation im Tabellenkeller wird immer prekärer.

„In unserer Situation ist das sehr, sehr schwer zu verdauen.“ Die Enttäuschung war Jeff Saibene am Samstagnachmittag auch 40 Minuten nach der so bitteren 3:4 (1:2)-Niederlage bei Dynamo Dresden im Inneren des schmucken Rudolf-Harbig-Stadions noch anzumerken. „Wir haben eine kämpferisch tolle Leistung gezeigt. Wir haben beim Tabellenführer drei Tore geschossen. Aber am Schluss verlieren wir 4:3. Das ist entscheidend. Die Jungs sind sehr niedergeschlagen“, ergänzte der FCK-Trainer.

Im Tabellenkeller helfen nur Siege

Er wusste aber in diesem Moment auch, dass er seine Mannschaft nun schnell wieder aufrichten muss. Schon am Dienstagabend (19 Uhr) müssen die Lauterer wieder ran, wenn Aufsteiger Türkgücü München mit der FCK-Leihgabe Lucas Röser im Sturm auf dem Betzenberg gastiert. Die Lauterer haben keine Zeit, vergebenen Punkten nachzutrauern. Im Tabellenkeller helfen nur Siege. Nach der sechsten Niederlage im 20. Spiel sind die Roten Teufel auf Tabellenrang 18 abgerutscht.

„Jetzt gilt es, die Mannschaft aufzurichten, die Spieler zu stärken, ihnen noch mal vor Augen zu führen, dass sie den Tabellenführer am Rand einer Niederlage hatten“, sagte Sportdirektor Boris Notzon mit Blick auf die immens wichtige Partie gegen Türkgücü. „Und am Dienstag müssen wir mit derselben Offensivleistung auftreten wie in Dresden. Dann bin ich überzeugt, dass es in die richtige Richtung läuft.“

Rückkehrer Zimmer als ganz starker Stabilisator

Nach vorne zeigte der FCK am Samstagnachmittag im winterlichen Sachsen einiges, was er in dieser Saison bislang so oft vermissen ließ. Einen wesentlichen Anteil daran hatte Rückkehrer Jean Zimmer – der beste Lauterer an diesem Tag. Der 27-Jährige hatte an allen drei Treffern seine Aktie. Klasse, wie er so manch schwierige Situation löste, wie er dem Team mit seinen Pässen Sicherheit gab, wie er die Bälle von außen überlegt in den Rücken der Abwehr spielte. So resultierte auch das 1:0 für die Männer in Rot, als Kenny Prince Redondo frei vor Dynamo-Keeper Kevin Broll den Ball annehmen konnte und überlegt einschoss (13.). Zimmer wird den FCK nicht alleine retten können, aber er gab dem Team am Samstag ein gutes Stück Sicherheit.

„Wenn man beim Tabellenführer nach 1:2-Rückstand in der Halbzeit das Spiel dreht, das dann aber noch hergibt, ist es sehr, sehr ärgerlich“, sagte der 27-Jährige. Aber auch er richtete den Blick nach der Partie bereits nach vorne: „Heute ärgern, morgen ärgern und am Dienstag hoffentlich besser machen.“ Ärgern vor allen Dingen über die vier Gegentreffer. Die Gäste bekamen das Sturmduo Christoph Daferner und Philipp Hosiner nie in den Griff. Hosiner war an allen vier Dresdner Treffern beteiligt, traf selbst zweimal (45./82.).

Wieder entscheidendes Gegentor nach Standard

Hatte Saibene dieser Tage noch seine Defensive gelobt, so musste er in Dresden mit ansehen, wie diese sich mit einfachen Mitteln, oft langen Bällen immer wieder vor Probleme stellen ließ. Hinzu kommt die Standardschwäche. „Wie wir das vierte Tor kassieren, nach einem Standard, das darf nicht passieren“, klagte Zimmer.

Trainer wie auch Sportdirektor aber haderten auch mit einer Szene in der 67. Minute, als Pourié allein auf Broll zulief, das 4:2 hätte erzielen müssen, aber am Schlussmann scheiterte. Vorwürfe wollte Boris Notzon dem Angreifer aber keine machen: „Marvin hat uns zum Beispiel ja auch gegen Duisburg mit seinen beiden Toren ganz kurz vor Schluss das 2:2 gerettet.“ Und er war auch zumindest am schnellen 2:2 nach der Pause in Dresden maßgeblich beteiligt (46.). Wie Fernseh-Zeitlupenbilder später nahelegten, gab Dynamo-Verteidiger Kevin Ehlers dem Leder unfreiwillig die Richtungsänderung.

Mit dem Quäntchen Glück eines Aufsteigers?

Nachdem Pourié, Zimmer und Ritter von Trainer Jeff Saibene für Elias Huth, Marius Kleinsorge und Carlo Sickinger vom Feld genommen wurden, kamen die Lauterer nicht mehr zu gefährlichen Entlastungsangriffen. Dynamo startete eine Schlussoffensive – mit Erfolg. „Es sind Kleinigkeiten, seien es Standard-Gegentore oder Zweikämpfe. In den einzelnen Situationen hat die Griffigkeit gefehlt. Das hat uns am Ende den Sieg gekostet“, meinte Redondo, der die Lauterer in der 58. Minute auch mit 3:2 in Führung brachte.

Dynamo-Trainer Markus Kauczinski formulierte es so: „Es spricht für das Team, dass wir solch umkämpfte Partien gewinnen, dass wir nicht aufgeben und dieses Quäntchen Glück heute auf unserer Seite hatten.“ Aufsteigerglück?

Kauczinski lobte auch den FCK: „Man hat heute gesehen, zu was ihr in der Lage seid.“ Punkte gibt es dafür keine. Genau die brauchen die Roten Teufel allerdings sehr dringend im Abstiegskampf.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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