KOMMENTAR
Merks Rückzug: Ein großer Verlust für die Arbeit des FCK
Wenn Markus Merk sich einer Sache annimmt, dann ganz – oder gar nicht. So ist der dreimalige Weltschiedsrichter 2019 den Wahlkampf für die Kür des neuen Aufsichtsrates mit einem von Rainer Keßler zusammengestellten Team angegangen. Keßler, dann Aufsichtsvorsitzender, und Merk, später Beiratsvorsitzender, waren die Köpfe der Gruppe. Sie bestimmten die Richtung, dafür sind sie angetreten. Um sie herum gab es Rücktritt über Rücktritt im Zwist um Standpunkte. Die einzigen Konstanten in zwei Aufsichtsratsgruppen von 2019 und dann von Februar 2021 sind Keßler, Merk und Fritz Fuchs gewesen. Letzterer gehörte 2019 nicht zum Wahlkampf-„Team Keßler/Merk“ , blieb aber beharrlich im Rat und ließ sich 2021 wieder wählen. Nicht nur Fuchs hatte mit dem durchaus machtbewussten Macher Merk einige heftige Debatten.
Andererseits war Merk ein wichtiger Moderator etwa zwischen Klub und Investoren, zwischen FCK und Stadt. Er war das Gesicht der FCK-Gremien, der erste Ansprechpartner für nationale wie internationale Kontakte. Ihm war und ist es wichtig, Dinge rasch voranzubringen. Vor allem Keßler, Fuchs und er nahmen sich im Abstiegskampf Ende 2020 auch sportlicher Aspekte an. Sie sahen die Zukunft des FCK in Gefahr und handelten, forcierten die Suche nach einem Sportchef. Auch die Investoren drängten auf neues Personal. Besonders Merk geriet beim Wechsel von Jeff Saibene zu dem nun erfolgreichen Trainer Marco Antwerpen in die Schusslinie, musste sich bremsen. Das wirkte nach. Bremsen ist dauerhaft nichts für Merk. Ganz – oder gar nicht.
