Handball Medaillentraum geplatzt – Deutschland verliert in letzter Sekunde gegen Portugal

Enttäuscht: Johannes Golla.
Enttäuscht: Johannes Golla.

Die deutschen Handballer haben das Halbfinale bei der WM 2025 verpasst. Im Viertelfinale ist gegen Portugal Endstation. Ein starker Andreas Wolff reicht nicht.

Der Traum von der ersten WM-Medaille seit 2007 ist geplatzt. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft verlor am Freitagabend in Oslo vor 7400 Zuschauern im Viertelfinale Portugal nach Verlängerung mit 30:31 (9:13). Für die Deutschen ist das Turnier damit vorbei. Portugal trifft im Halbfinale auf Dänemark, das Brasilien keine Chance ließ

„Wir hatten die Chance, das Spiel zu gewinnen, haben die Führung – und haben es dann verpasst, den Sack zuzumachen“, haderte Torhüter Andreas Wolff. Regisseur Juri Knorr war wie seine Kameraden sehr enttäuscht. „Das tut weh“, sagte er.

Gab alles: Juri Knorr.
Gab alles: Juri Knorr.

Die deutsche Mannschaft blieb sich treu. Wieder verschlief sie den Start. Nach knapp einer Viertelstunde standen nur zwei eigene Tore auf der Anzeigetafel. Wäre Andreas Wolff nicht erneut in Top-Form gewesen, die Führung für die Portugiesen hätte noch deutlicher ausfallen können.

Knorr bringt die Wendung

„Nach einem schlechten Start muss ich sagen, dass die Jungs gut zurück ins Spiel gekommen sind“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason nach der Partie. Denn als Juri Knorr ins Spiel kam, wurden die Aktionen im deutschen Spiel druckvoller, flüssiger. Der Regisseur blieb zehn Minuten auf der Bank, weil er ein paar Tage krank war und längerer Einsatz noch nicht möglich schien. Knorr beflügelte seine Mannschaft, das Team kam auf 6:7 heran. Aber: Eine Zeitstrafe für Marian Michalczik, der im Kader den Vorzug vor Lukas Stutzke erhielt, brachte die deutsche Auswahl wieder aus dem Tritt.

Mit einem 4:1-Lauf setzte sich Portugal wieder ab. Die eine oder andere unglückliche Aktion – Julian Köster warf den Ball ins Aus, Luca Witzke beging ein Stürmerfoul – verhinderte, dass die Mannschaft die Partie enger gestaltete. Nur neun Tore erzielten die Deutschen in der ersten Hälfte. Auf portugiesischer Seite zeigte der kleinere der beiden Costa-Brüder, Francisco, eine erstklassige Leistung. Auch Kreisläufer Victor Alvarez war top. „Die Hypothek aus der ersten Halbzeit war sehr groß, wir waren die ersten 30 Minuten überhaupt nicht im Spiel“, sagte Golla.

Wolff pariert stark

Nach der Pause war das deutsche Team im Spiel, erzielte die Tore viel schneller. Auch Kapitän Golla kam am Kreis zum Zug. Die Portugiesen langten zeitweise hart hin, um die deutschen Akteure stoppen zu können. Luis Frade sah in der 35. Minute die Rote Karte nach einem Foul an Renars Uscins. Golla blieb ein Aktivposten, hervorragend in Szene gesetzt von Juri Knorr markierte er das 15:17. Jetzt unterliefen den Portugiesen die leichten Fehler, als Juri Knorr eine Zeitstrafe verbüßte, nutzte Portugal das nicht. Die deutsche Mannschaft kam heran – durch Johannes Golla.

Hinten verhinderte der überragende Torhüter Andreas Wolff immer wieder einen größeren Rückstand. In der 46. Minute schaffte die deutsche Mannschaft (endlich) den Ausgleich: 18:18. Lukas Zerbe traf, der Rechtsaußen warf auch das 19:18 und 20:18. Aber die Partie blieb spannend. Portugal fing sich wieder – 22:22. Bundestrainer Gislason nahm sieben Minuten vor Schluss eine Auszeit. Was hätte Deutschland nur ohne Juri Knorr gemacht. In doppelter Unterzahl schoss er das 23:22. Vergab dann, im Gegenzug folgte der Ausgleich. „Wir hatten den Fuß schon in der Tür, dann passieren viele Fehler“, sagte Golla.

Da die deutsche Mannschaft den letzten Angriff vertändelte, ging es mit 26:26 in die Verlängerung. Auch da blieb es ein ganz enges Rennen. Portugal zog mit zwei Toren davon, der nervenstarke Lukas Zerbe verkürzte per Siebenmeter auf 28:29, dann auf 29:29, ebenfalls mit Strafwurf. Er selbst war gefoult worden. Doch es half nichts: Renars Uscins’ Wurf wurde geblockt, Victor Alvarez traf, Lukas Mertens egalisierte. Martim Costa warf das Siegtor – wenige Augenblicke vor der Schlusssirene. „Das ist sehr bitter für die Jungs, dass wir nach diesem Kampf, diesem Einsatz nicht weiterkommen“, befand ein sichtlich enttäuschter Gislason nach dem Spiel.

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