Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Marvin Fritz und die längsten Minuten seines Lebens

Marvin Fritz hatte beim ADAC-Pfalz-Ehrungsabend einiges zu erzählen.
Marvin Fritz hatte beim ADAC-Pfalz-Ehrungsabend einiges zu erzählen.

Weltmeister, Europameister, deutsche Meister, Rheinland-Pfalz-Meister und Pfalzmeister ehrte der ADAC Pfalz am Samstag in Landau. Dabei gingen Pokale sowohl an Automobilsportler als auch an Akrobaten auf den Zweirädern. Einige gerieten ins Erzählen.

Nach der letztjährigen Vizemeisterschaft im Rallyesport holten sich in dieser Saison Marijan Griebel und Tobias Braun (Hahnweiler/Maikammer) im Skoda Fabia RS Rally 2 den Titel. Damit gewann das Team die ADAC-Pfalz-Meisterschaft wie auch die Meisterschaft des Motorsportverbandes Rheinland-Pfalz. „Nach dem Ausfall bei der zweiten Veranstaltung waren die Titelchancen eigentlich schon dahin. Denn es gab kein Streichergebnis“, erzählte Marijan Griebel. Aber der Spaß sei nicht verloren gegangen – durch eine fulminante Aufholjagd gab es mit einem knappen Vorsprung noch den Titel des deutschen Rallye-Meisters.

Die deutsche Vizemeisterin Lisa Kiefer mit ADAC-Pfalz-Sportleiter Friedhelm Kissel.
Die deutsche Vizemeisterin Lisa Kiefer mit ADAC-Pfalz-Sportleiter Friedhelm Kissel.

In dieser Meisterschaft gibt es auch einen Titel für Besatzungen mit zweiradangetriebenen Fahrzeugen. Da holte sich Lisa Kiefer aus Landau die Vizemeisterschaft – als Beifahrerin bei Raffael Sulzinger (Passau) im Ford Fiesta Rally 4. Die deutsche Meisterin dieser Sparte des Jahres 2021 erinnerte am Ehrenabend an die technischen Probleme zum Beginn des Meisterschaftsjahres, als während einer Veranstaltung das Getriebe getauscht werden musste. „Doch danach lief es recht gut bis zu meiner Heimrallye, der Rheinland-Pfalz-Rallye“, erinnert sich die 31-jährige Lehrerin.

Trotz großen Rückstands wegen einer defekten Antriebswelle konnte der Rückstand in der Meisterschaft verkürzt werden. Beim Saisonfinale fehlte die Unterstützung anderer Teams. Die bayrisch-pfälzische Besatzung schöpfte dabei ihre Möglichkeiten aus, so fehlte letztlich ein einziger Punkt zum weiteren großen Erfolg. Um so höher ist dieser zweite Platz zu bewerten wenn man bedenkt, dass das Team mit dem Ford Fiesta Rally 4 das älteste Fahrzeug im Wettbewerb bewegte.

Der für den Motorclub Haßloch startende Marvin Fritz ist Langstrecken-Mannschaftsweltmeister mit der österreichischen YART-Mannschaft im Motorradsport. Es ist der vierte Titel seiner Laufbahn nach dem ADAC-Junior-Cup (2005), dem IDM-Supersport 600 (2014) und dem IDM-Superbike im Jahre 2016. Unterwegs war der Pilot aus Obrigheim/Baden mit Niccolo Cannepa (Italien) und Karel Hanika (Tschechien) auf einer Yamaha YZF-R 1.

„Der beste Sport der Welt“

„Der Rennsport ist mein Leben, es ist der beste Sport der Welt“, schwärmte der 30-Jährige. In einem solchen Titel stecke viel Arbeit und ein starker Wille zum Erfolg. Das wurde beim Saisonfinale auf der Rennstrecke im französischen Le Castellet deutlich. „Wir hatten mit einem erheblichen Wasserverlust im Kühlsystem der Maschine zu kämpfen und mussten ständig an die Box fahren zum Nachfüllen“, erzählte der Mannschaftsweltmeister: „Die letzten Minuten waren die längsten meines Lebens, aber wir haben nie aufgegeben.“ Das Ziel war erreicht, doch dann musste Marvin Fritz noch auf das Ergebnis der Dopingprobe warten. Lange drei Wochen vergingen. Alles gut, damit war der Titel sicher.

Ausnahmetalent aus Ludwigshafen

Weiter in der Erfolgsspur ist Lorenz Bang aus Ludwigshafen. Mittlerweile ist er in die weiterführende Schule gewechselt, wie er stolz im Interview mit Moderator Helmut Rotzal erklärte. Er holte sich die Europameisterschaft im Super-Moto der Junioren der Klasse 65. Eine hervorragende Saison mit über 40 Starts auch im benachbarten Ausland hat der elfjährige Pilot 2023 absolviert. Mit seinem Ehrgeiz und dem Willen zum Siegen fuhr Bang zu diesem großen Erfolg.

Einen Einblick in das Motorrad-Trial vermittelten in Landau Akteure des AMC Kerzenheim mit elektrobetriebenen Zweirädern.

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