Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Mannheimer Adler: Angespannte Lage, aber erfolgreich

Andrew Desjardins (Mitte) bejubelt seinen frühen Treffer zum 1:0.
Andrew Desjardins (Mitte) bejubelt seinen frühen Treffer zum 1:0.

Die Länderspiel-Pause kommt für die Mannheimer Adler zur rechten Zeit. Beim 3:2-Penaltysieg gegen Nürnberg läuft es für den Tabellenführer nicht rund, das Angriffsspiel ist ins Stocken geraten. Ein Nationalspieler der Adler wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Mit einem Sieg im Penaltyschießen verabschiedeten sich die Adler Mannheim in die Deutschland-Cup-Pause. In einem intensiven und abwechslungsreichen Spiel rang der Tabellenführer der Deutschen Eishockeyliga die Nürnberg Icetigers mit 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 0:0, 1:0) nieder. Den entscheidenden Treffer im Penaltyschießen erzielte Nigel Dawes.

Möglicherweise kommt die Länderspielpause gerade zum richtigen Zeitpunkt für die Mannheimer. Vor der Partie gegen die Icetigers meldeten die Adler in Matthias Plachta einen Coronafall im Team. Der 30-jährige Nationalspieler befindet sich in häuslicher Quarantäne. Außerdem fiel Mark Katic angeschlagen aus. Mit den Dauerverletzten Ruslan Iskhakov, Denis Reul und Ilari Melart ist damit die Lage im gut besetzten Adlerkader angespannt, auch wenn Trainer Pavel Gross dank der Förderlizenzspieler zumindest drei komplette Reihen aufs Eis schicken konnte. In der vierten Sturmreihe standen lediglich Jason Bast und Florian Elias, die jeweils wechselnde Mitspieler zugeordnet bekamen.

Blitzstart der Hausherren

Dabei begann das Spiel gut für die Gastgeber. Nur 41 Sekunden benötigten sie für die 1:0-Führung. Andrew Desjardins profitierte dabei von der tollen Vorarbeit seines neuen Nebenmannes Nico Krämmer, der Plachta ersetzte und in blindem Spielverständnis seinen Kapitän bediente. „Er ist ein toller Spieler, und es ist immer leicht mit ihm in einer Reihe“, lobte Desjardins seinen Vorlagengeber. Aber anstatt nachzulegen zogen sich die Mannheimer zurück, übernahm Nürnberg mit viel Selbstvertrauen das Kommando.

Denn in gewisser Weise war es auch ein Spiel der Serien. Auf der einen Seite die Gäste, die nach dem Trainerwechsel auf Tom Rowe seit fünf Spielen unbesiegt waren, in allen sieben Spielen unter der neuen Regie punkteten. Fast folgerichtig deshalb wohl Ausgleich und Führung für die Gäste durch Ryan Stoa (39./45.).

Es fehlt der Überzahltreffer

Eine andere Serie beschert hingegen Adler-Trainer Gross Hausaufgaben in der Pause, denn seit nunmehr vier Spielen warten die Adler auf einen Treffer in Überzahl. Satte zwei Minuten hatten sie im zweiten Durchgang die Chance zur Vorentscheidung weil Marko Friedrich nach seinem Check gegen Florian Elias für fünf Minuten draußen saß und sich nach drei Minuten Nicholas Welsh sich für zwei Minuten zu ihm gesellte. Chancen waren dabei für die Mannheimer zwar vorhanden, aber der erlösende Treffer fehlte.

Das bestraften Icetigers und Schiedsrichter gleichermaßen, denn Ryan Stoa traf vor der zweiten Drittelpause nicht nur zum Ausgleich, sondern er brachte die Gäste nach fünf Minuten im Schlussdurchgang auch noch in Führung – sehr zum Ärger von Gross und den 8139 Zuschauern, denn dem Führungstreffer, übrigens in Überzahl, ging ein klarer Stockschlag gegen Verteidiger Korbinian Holzer voraus. Mit reichlich Wut im Bauch kamen die Adler zurück. Mehr als der 2:2 Ausgleich (47.) – für Verteidiger Thomas Larkin war es der erste Saisontreffer – sprang dabei aber nicht heraus.

So spielten sie

Adler Mannheim: Brückmann – Akdag Lehtivuori; Holzer, Dziambor; Larkin, Preto – Krämmer, Desjardins, Wolf; Eisenschmid, Szwarz, Dawes; Rendulic, Wohlgemuth, Bergmann; Bast, Elias

Nürnberg Icetigers: Treutle – Pilu Bender; Karrer, Weber; Welsh, Bodnarchuk – Brown, Stoa, Reimer; Sheehy, Macleod, Schmölz; Fleischer, Jahnke, Fox; Friedrich, Ustorf, Kislinger

Tore: 1:0 Desjardins (Krämmer) 0:41, 1:1 Stoa 38:57. 1:2 Stoa 44:15, 2:2 Larkin (Desjardins) 46:42, 3:2 Dawes - Strafzeiten: 4 - 11 - Beste Spieler: Desjardins, Lehtivuori - Treutle, Stoa - Zuschauer: 8.139 - Schiedsrichter: Kopitz (Berlin)/Steingross (Bietigheim).

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