Fusball
Mainz 05: „Es war Wahnsinn, wie die Jungs sich reingehauen haben“
Am Dienstag, so verkündete es Sportdirektor Martin Schmidt, wird der 1. FSV Mainz 05 seinen neuen Cheftrainer präsentieren. Es wäre eine Überraschung, hieße dieser nicht Bo Svensson. Mindestens eine so große Überraschung wie der Halbzeitstand der Partie am Sonntag beim FC Bayern München, als die „Nullfünfer“ 2:0 führten.
Frech spielte der von Jan Siewert angeleitete Tabellenvorletzte, ohne Respekt vor dem Rekordmeister, leidenschaftlich. Und wer weiß, hätte Danny Latza direkt nach Wiederbeginn nicht den Pfosten getroffen und Robin Quaison in der 59. Minute nicht nur die Latte erzittern lassen, wäre eventuell ein Pünktchen drin gewesen. So aber siegte der Primus 5:2. Dennoch, für den FSV war die Partie das Signal zum Aufbruch.
Jonathan Burkardt, Schütze des 0:1, war „bedingt zufrieden“. „Wenn man nach der ersten Hälfte bei den Bayern 2:0 führt, muss man vieles richtig gemacht haben. Dass wir am Ende fünf Tore bekommen, ist sehr, sehr bitter. Insgesamt war die Leistung okay, aber auch nicht mehr“, sagte Burkardt. Seinem guten Freund Finn Dahmen zollte er ein Riesenlob: „ Wahnsinn, wie er das gemacht hat. Ich bin stolz auf ihn.“ Trotz der fünf Gegentreffer, die der Torhüter bei seinem Bundesliga-Debüt kassierte.
Dahmen erlangte am Sonntag gegen 14 Uhr Gewissheit, dass er den am Rücken lädierten Robin Zentner ersetzen würde. „Für mich ist das eine Riesensache, ich war sehr aufgeregt, es ging ein Traum in Erfüllung. Die erste Halbzeit ist für uns auch wie ein Traum gelaufen“, sagte der 22-jährige Dahmen, „am Ende sind wir ein bisschen auseinandergefallen, das Ergebnis ist sehr schade. Deswegen ist auch meine Freude getrübt.“ Die Leistung in der ersten Hälfte sei „die beste der bisherigen Saison“ gewesen, „es war Wahnsinn, wie die Jungs sich reingehauen haben.“
Jan Siewert hatte während der Woche „alles versucht, dass wir unseren Glauben wiederbekommen“. Es war klar zu sehen, dass dies geglückt ist. Das Resultat stimme ihn „etwas traurig“, irgendwann aber müsse man „die Qualität der Bayern akzeptieren. Wir müssen mit dem leben, was wir jetzt haben“. Alsbald kehrt Siewert in seinen eigentlichen Job als Chef des Nachwuchsleistungszentrums zurück. Es kommt Bo Svensson. So gut wie sicher.aboe