Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Löwen verlieren den Faden und unterliegen Füchsen

Albin Lagergren erzielt das Tor zum 2:2 für die Löwen.
Albin Lagergren erzielt das Tor zum 2:2 für die Löwen.

Gut zwei Wochen vor dem Halbfinale in der European League gegen die Füchse unterlagen die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstag den Berlinern mit (24:27 16:14). Die zweite Halbzeit war ganz schlecht. Die Löwen verloren völlig die Linie.

Wollten sich die Füchse Respekt verschaffen? Den Löwen gar den Schneid abkaufen? Auf jeden Fall gingen die Gäste ganz schön zur Sache, Patrick Groetzki wurde früh von Mijajlo Marsenic gefoult, musste draußen behandelt werden. Nicht auch das noch. Denn nach den Langzeitverletzten Uwe Gensheimer, Ilija Abutovic und Jesper Nielsen meldete sich auch Romain Lagarde ab, der sich im Spiel der französischen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Griechenland eine Muskelverletzung zuzog. Wie lange er ausfällt, ist noch unklar. Groetzki kam zurück ...

Tollbring geht zum Saisonende

Es war eine sehr umkämpfte Partie, in der die Löwen sich wie so oft in dieser Saison auf ihren Torhüter Andreas Palicka verlassen konnten. In der ersten Halbzeit hielt er klasse. Ähnlich auffällig: Linksaußen Jerry Tollbring. Vor der Partie gaben die Löwen drei weitere Personalentscheidungen bekannt. Die Rückraumspieler Mait Patrail (33) und Niclas Kirkelökke (27) verlängerten ihre Verträge um ein Jahr. Dagegen verlässt Tollbring (25) die Löwen auf eigenen Wunsch und geht zum dänischen Spitzenklub GOG. Er hat sich mit dem Klub auf die Auflösung seines bis 2023 gültigen Vertrages geeinigt. Am Donnerstag verdeutlichte Tollbring, in welch’ exzellenter Verfassung er sich befindet. Der Schwede ersetzt Kapitän Uwe Gensheimer in diesen Tagen glänzend.

„Es ist Zeit für etwas Neues“, meinte der Außenspieler, der in der ersten Saisonhälfte wenig Spielanteile hatte, deswegen auch nicht bei der WM für Schweden im Einsatz war. Sein schönstes Tor gestern: Der Treffer zum 20:18 durch einen Kempa-Trick, Andy Schmid legte auf. Ein Sonderlob heimste sich Tollbring ein, als er kurz darauf einen Konter der Berliner abfing.

Da der angeschlagene Lukas Nilsson zu Beginn der zweiten Halbzeit pausierte, musste Trainer Martin Schwalb abermals improvisieren. Plötzlich spielten mit Albin Lagergren und Niclas Kirkelökke zwei Linkshänder im Rückraum. So weit, so gut.

Drei-Tore-Vorsprung verspielt

Die Löwen verspielten dann aber einen Drei-Tore-Vorsprung, waren in der letzten Viertelstunde im Angriff zu unkonzentriert. Wer so viele Fehler macht, kann nicht gewinnen. Acht Tore im zweiten Abschnitt - das ist absurd. „Wir haben Berlin eingeladen. Wir haben zeitweise den Ball gar nicht aufs Tor bekommen. Mit jeder Minute wurden wir unsicherer. Wir haben das Spiel zurecht verloren, uns haben die Alternativen gefehlt“, sagte Trainer Martin Schwalb.

Bei den Füchsen, die in dieser Saison erneut hinter den Erwartungen zurückblieben, zeigte Weltmeister Jacob Holm eine ganz starke Leistung. Sein 23:22 leitete die Löwen-Niederlage ein. Die Füchse gehen nun mit Rückenwind ins Final Four. Fortsetzung folgt.

So spielten sie

Rhein-Neckar Löwen: Palicka, Katsigiannis - Lagergren (2), Schmid (3), Nilsson (2) - Groetzki (1), Tollbring (10/2) - Kohlbacher (2) - Patrail, Gislason, Veigel, Kirkelökke (4)

Füchse Berlin: Milosavljev - Wiede (1), Holm (8), Andersson (1) - Lindberg (3/3), Matthes (5) - Marsenic (5) - Gojun, Drux (3), Kopljar, Keskic,Chrintz (1)

Spielfilm: 4:3 (6.), 5:5 (9.), 8:7 (15.), 11:9 (21.), 14:10 (24.), 16:14 (Halbzeit), 19:17 (37.), 21:20 (44.), 22:23 (54.), 24:27 (Endstand) - Siebenmeter: 3/2 - 3/3 - Zeitstrafen: 2/4 - Beste Spieler: Palicka, Tollbring - Holm, Milosavljev, Matthes - Schiedsrichterinnen: Kuttler/Merz (Tettnang)

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