Handball
Löwen-Neuzugang Lukas Nilsson ist bereit für eine größere Rolle
Vor 175 Tagen standen sich der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen in der Handball-Bundesliga gegenüber, Lukas Nilsson stand am 8. März noch auf der anderen Seite, sprich: beim THW. Seit rund vier Wochen ist er nun bei den Löwen, sein erster Eindruck? „Eine überragende Mannschaft, ein überragender Trainer.“ Pünktlich zum Trainingslager in Ischgl war er da.
Lukas Nilsson war der Wunschkandidat des Klubs, er ist der Königstransfer für die kommende Spielzeit, und soll für die sogenannten leichten Tore im linken Rückraum sorgen. Da passierte in der vergangenen Saison bei den Löwen zu wenig, weil Steffen Fäth nicht in die Gänge kam und Romain Lagarde Anpassungsschwierigkeiten hatte. Mads Mensah Larsen trug quasi die alleinige Last. „Ich bin bereit für eine größere Rolle“, betonte der schwedische Nationalspieler, der nach eigener Darstellung auch zu den Löwen gekommen wäre, hätte der norwegische Superstar Sander Sagosen dem THW Kiel nicht den Zuschlag gegeben.
Und auch die Tatsache, dass bei den Löwen mittlerweile die halbe schwedische Nationalmannschaft spielt, gab für ihn nicht den Ausschlag. „Das war nicht entscheidend“, erklärte Lukas Nilsson im RHEINPFALZ-Gespräch. Er fühlt sich bereits wohl in der neuen Heimat. Mit seiner Familie, hat in Rauenberg ein neues Zuhause gefunden.
Am Sonntag gegen den TVB Stuttgart
Am Sonntag nun ist es soweit: Beim BGV Handball Cup treffen die Löwen in der Scharrarena auf den Ligakonkurrenten TVB Stuttgart (17.30 Uhr, Livestream bei SWR). Nilsson sieht sich und die Mannschaft noch in der Findungsphase, die kompletten Spielzüge hat er mittlerweile alle kennengelernt. Auch im rechten Rückraum ist ja mit dem früheren Magdeburger Albin Lagergren ja ein neuer Mann zu integrieren.
Lukas Nilsson, Nikola Bilyk und Christian Dissinger (nun Vardar Skopje) waren der Jahrgang in Kiel, der nach dem Weggang von Filip Jicha beim THW das Zepter 2015/2016 übernahm. Das war die nächste Generation. Der Umbruch dauerte. Angeleitet von Weltklassemann Domagoj Duvnjak waren die Kieler schließlich in der vergangenen abgebrochenen Saison wieder die dominierende Mannschaft in der Liga. Lukas Nilsson bringt mit seinen 23 Jahren also schon ganz schön viel Erfahrung mit.
Lob von Martin Schwalb
Trainer Martin Schwalb hält große Stücke auf seinen Neuzugang, sieht den Schweden aber noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung. „Auf jeden Fall. Ja, ich kann noch zulegen, vor allem in der Abwehr, in der Defensivarbeit“, erläuterte der Halblinke. Und er schob hinterher: „Ich kann noch ein besserer Handballer werden.“
Dass die Politik am Donnerstag signalisierte, bis Ende Oktober werde wohl aufgrund der Pandemie ohne Zuschauer gespielt, hat Lukas Nilsson registriert. Ablenken lassen will er sich davon nicht. „Ich konzentriere mich auf mein Handballspiel“, sagte er gestern.
Nach 175 Tagen Pause mag man das verstehen.