Handball
Löwen mit fünftem Saisonsieg: Lagergren trifft, Birlehm hält
Am Ende saß keiner mehr der Fans. „Löwen, Löwen“, riefen die Anhänger. Was war das spannend. Nach einer ausgeglichenen Partie warf Albin Lagergren 36 Sekunden vor dem Abpfiff das 28:27 für die Gastgeber. Die Flensburger hatten also noch eine halbe Minute Zeit, um den Ausgleich zu schaffen.
Aber den Löwen gelang der Sieg, weil Torhüter Joel Birlehm den letzten Wurf von Rückraumspieler Lasse Möller parierte. Es war überraschend, dass Lasse Möller sich den Wurf nahm, denn normalerweise ist Regisseur Jim Gottfridson der Mann für die besonderen Momente bei der SG und der schwedischen Nationalmannschaft. Wie auch immer: Die Löwen feierten den fünften Sieg euphorisch, Lasse Möller wurde von seinen Kameraden getröstet. Mit dem Erfolg übernahmen die Löwen erst einmal die Tabellenführung. Wer hätte das gedacht?!
„Es war eine sehr intensive Partie. Wir hatten die Chance, schon früher davon zu ziehen. Es hat mega Spaß gemacht“, sagte Linksaußen Uwe Gensheimer, der auf zehn Tore kam, seine fünf Siebenmeter im Tor von Benjamin Buric unterbrachte.
Torwartwechsel nach 22 Minuten
Torhüter Benjamin Buric machte ein klasse Spiel, er verhinderte, dass die Löwen schon vorzeitig das Spiel entschieden. Zweimal erarbeiteten sie sich einen Drei-Tore-Vorsprung, wurden von den Flensburgern aber wieder eingefangen – nach dem 12:9 (21.) und nach dem 24:21 (48.)
„Wir sind sehr enttäuscht, wir haben uns das anders vorgestellt. Wir waren in Angriff und Abwehr zu fahrig. Wir haben keine Ruhe und Sicherheit in unsere Aktionen bekommen“, kommentierte Maik Machulla, der Trainer der Flensburger, die erste Niederlage seiner Mannschaft.
„Entscheidend war, dass wir in den letzten zehn Minuten noch einmal unfassbar gut im Innenblock arbeiten, da noch mal die Zweikämpfe führen. Es war ein enges Spiel mit zwei Mannschaften, die unbedingt diese zwei Punkte haben wollten“, resümierte Löwen-Trainer Sebastian Hinze. Der Innenblock – da schufteten auch am Samstag Halil Jaganjac und Olle Forsell Schefvert. Ein große Hilfe war Torhüter Joel Birlehm, der nach 22 Minuten Mikael Appelgren ablöste und wichtige Bälle hielt.
Chancenverwertung ausbaufähig
Es war ein spannendes, ein klasse Bundesliga-Spiel, hart umkämpft vor 7051 Zuschauern. Das war ein offener Schlagabtausch. Die Löwen profitierten von Albin Lagergen, der ganz sicher eines der besten Spiele im gelben Leibchen machte. Lagergren war dynamisch, er war spielfreudig und hatte auch im Abschluss die für ein Spitzenspiel notwendigen Qualitäten. Kein Zufall, dass er den entscheidenden Treffer kurz vor Schluss markierte – einer von sieben.
Bei einer besseren Chancenverwertung wäre es wohl nicht so eng geworden. So mussten die Gastgeber schon zittern, ihre knappe Führung mit in die Halbzeitpause zu nehmen. Vor allem Halil Jaganjac scheiterte mehrmals, auch Patrick Groetzki vergab zweimal in der ersten Halbzeit frei von seiner Außenposition.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten die neuen Löwen eine kleine Schwächephase, sie steckten dies aber gut weg und fingen sich wieder. In der 36. Minute waren die Flensburger beim 17:16 am Drücker, die Löwen ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen, erspielten sich wieder die Führung. Der Sieg gegen die SG war der erste in dieser Saison gegen eine der Top-Mannschaften. Was bedeutet das zu einem so frühen Zeitpunkt in dieser Spielzeit? „Es tut sehr gut, ich glaube allen. Aber im Endeffekt sind es zwei Punkte. Wir wollen einfach Woche für Woche unser Paket auf die Platte bekommen. Aber natürlich tut das gut, eine Mannschaft wie Flensburg zu Hause zu schlagen“, sagte Trainer Sebastian Hinze.
Die Löwen haben ein ganz dickes Ausrufezeichen gesetzt!