FCK
Kommentar zur unsicheren Zukunft des FCK: Enges Spiel um 100 Existenzen
Geschickte oder weniger geschickte Anwälte, Wirtschaftsprüfer, regionale oder überregionale Investoren hin oder her: Der Unternehmensgegenstand des FCK bleibt Fußball. Die erste Mannschaft ist der Motor des ganzen Klubs. Diese Maschine wieder ohne großes Stottern zum Laufen zu bringen, sie nach der Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie besser zu machen, ist das A und O. Sportliche Erfolge ziehen alles Weitere nach sich. Sie lassen einen Klub prosperieren. „Finanzer“ und Juristen setzen nur den Rahmen.
Es geht um viele Arbeitsplätze
Beim FCK ging es seit dem Bundesliga-Abstieg 2012 immer nur bergab. Der Misserfolg sorgt für Missmut, Zwist. Und klar: Jeder weiß am besten, was „seinem“ armen FCK gut tut. Persönliche Konflikte zwischen einzelnen Protagonisten werden auf dem Rücken der Roten Teufel ausgetragen. Der „Betze“ als Bühne der Eitelkeiten. Schlimm dabei: Es geht um knapp 100 Arbeitsplätze – die Profis machen den kleinsten Teil davon aus. Es geht um die Existenzen vieler Normal- und Eher-wenig-Verdiener. Es geht um die untere und mittlere Ebene in der Mitarbeiterhierarchie. Es geht auch um die, die sich um den Jugendbetrieb auf dem Fröhnerhof kümmern.
Jetzt also wird über Insolvenz geredet. Planinsolvenz. Das ist ein komplizierter Prozess, den einige Klubs nun prüfen. Dieser Weg ist sehr steinig, weil er viele heikle Gespräche mit sich führt.
Corona-Krise keine General-Ausrede
Mit dem Fremdkapital zu teils dicken 7,5 Prozent Zinsen zur Lizenzerlangung für die nun ruhende Saison habe man sich „Zeit erkauft“. Sagte der damalige Geschäftsführer Michael Klatt vor einem Jahr. Nun hat die Corona-Krise dem FCK noch Zeit geschenkt, so übel sie sonst ist. Denn schon vor Corona konnten die jetzigen FCK-Bosse keine Investoren oder Retter präsentieren. Die Wirtschaftskrise bestraft gerade die Schwachen hart. Eine General-Ausrede fürs Scheitern aber darf sie nicht sein.
