FCK
Kommentar zum FCK, Investoren und Geisterspielen: Leere dominiert
Viele Fußballgespräche, ein paar Fangesänge – das ist am Mannheimer Hauptbahnhof an einem Samstag mitten in der Saison völlig normal. In den Zeiten der Pandemie allerdings ist nichts normal. Vielmehr: Wir befinden uns längst in einer neuen Normalität mit Abstand, sehr viel Hygiene, allerlei Alltagsmasken und Geisterspielen. Die Fans fehlen. So ist der ICE von Mannheim nach München vergleichsweise leer. Keine FCK-Anhänger wie früher an Spieltagen, an denen die Roten Teufel in München antraten. In der Hauptstadt der Bayern steigen auch zurzeit nur Geisterspiele. Wegen der hohen Sieben-Tage-Inzidenz in München (am Samstag mit 60,6 deutlich über 50) sind gar keine Zuschauer zugelassen. Nur Funktionsträger und einige Journalisten. Sie sahen die Partie des FCK beim FC Bayern II, den „Amateuren“, die Profis sind, meist sehr junge.
Wichtige Versammlung auf dem „Betze“
FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt hat seiner Finanzplanung, geboten vorsichtig, null Zuschauer bis Jahresende zugrundegelegt. Doch auch 2021 werden in dieser Hinsicht kaum Einnahmen zu generieren sein. Das Insolvenzverfahren, in dem am 29. Oktober auf dem „Betze“ die wichtige Gläubigerversammlung steigt, wird dann, so der Wunsch der FCK-Bosse, abgeschlossen sein. Die regionale Investorengruppe will zehn Millionen Euro auf den Tisch legen. Die reichen ziemlich sicher dicke bis Saisonende. Indes: Je weniger Eintrittskarten verkauft werden können, desto mehr kommen die Investoren unter Druck „nachzuschießen“, um ihre eigene Einlage abzusichern.
Potenzial muss Zählbares bringen
Mittelfristig gilt – Insolvenz hin oder her – nach wie vor: Nur ein Aufstieg oder besser zwei Aufstiege helfen dem FCK wirklich. Der Weg bleibt lang und steinig. Von der Leistung in der zweiten Halbzeit her haben die Roten Teufel ihr Potenzial angedeutet. Die in München reichlich vorhandenen Chancen aber müssen rasch auch in Siege münden. Sonst ist die ohnehin so schwierige Saison für die ambitionierten Lauterer schon sehr bald verkorkst.
Maske und Abstand – wir müssen Vorbild sein
Aber selbst darüber gab es auf der Rückfahrt im ICE keine hitzigen Diskussionen. Es gab auch keine Fangesänge. Natürlich nicht. Die Sehnsucht nach früher ist groß. Aber wir müssen durchhalten, Abstand halten, Vorbild sein. Damit die Schnellzüge bald nicht auch noch komplett leer sind oder gar nicht mehr fahren.
