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Kommentar: Uli Hoeneß – Branchenführer und Sozialarbeiter
Uli Hoeneß hat den FC Bayern München als Manager zu einer Weltmarke entwickelt. Er regierte ideenreich mit Weitsicht.
Uli Hoeneß gibt das Ruder aus der Hand. Der Ober-Bayer geht wohl nicht von Bord, doch mit seinem Verzicht auf das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Bayern München verliert der deutsche Fußball-Rekordmeister Kapitän und Steuermann.
Weltmeister mit 22
Hoeneß war ein überragender Fußballer, dessen grandiose Karreire mit 27 durch einen irreparablen Knorpelschaden ein frühes Ende nahm. Aber der dynamische, unglaublich schnelle Stürmer hatte in dem Alter schon alles gewonnen: den DFB-Pokal, dreimal die deutsche Meisterschaft, dreimal den Europapokal der Landesmeister. Hoeneß war mit 20 Europameister und mit 22 Weltmeister.
So erfolgreich die Profi-Karriere auch war – als Manager toppte Hoeneß alle und alles in der Branche. Als er bei den Bayern 1979 das Kommando übernahm hatten sie fünf Meistertitel und fünf Pokalsiege - heute weist der Briefkopf des FCB 29 deutsche Meisterschaften und 19 Pokalsiege aus. Heute ist der FC Bayern eine Nobelmarke – weltweit vermarktbar, wirtschaftlich eine Macht. Das ist vor allem das Werk von Uli Hoeneß, der den Verein mit Weitsicht führte, den Klub wirtschaftlich und sportlich voran brachte.
Hart und herzlich
Hoeneß hat polarisiert. Nicht nur, weil er es liebte, Konkurrenten wie Christoph Daum einst in Köln oder Willi Lemke bei Werder Bremen zu attackieren und zu provozieren. Hoeneß stärkte die Bayern auch gerne durch Transfers, als er aufstrebenden Konkurrenten die Top-Spieler wegkaufte.
Es gibt aber auch den anderen Uli Hoeneß. Den Sozialarbeiter, der sich um Menschen und Vereine auf der Schattenseite kümmert. Der ein Herz für ehemalige Kollegen zeigt, die in Not geraten sind.
Hoeneß, konservativ, der CSU eng verbunden, gerne staatstragend redend, ein Merkel-Bewunderer – und dann als Steuerbetrüger überführt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Hoeneß hat die Strafe verbüßt und bekennt: „Die Steuersache – das war der größte Fehler meines Lebens.“ Es ist ein Makel in der stolzen Lebensgeschichte Hoeneß’.