Eishockey
Kommentar: Der Test muss funktionieren
Es wird eine Liga der Willigen: Dass nur acht von vierzehn Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) das Testturnier ab November bestreiten, ist ein Fingerzeig für die Meisterschaftssaison. Denn am Turnier nehmen nur Teams teil, die in den vergangenen Wochen zumindest halbwegs einen Trainingsbetrieb hatten oder es sich trauen, ihre Profis aus der Kurzarbeit zu holen. Schwergewicht Kölner Haie ist angesichts der vielen Unwägbarkeiten in der Corona-Krise noch nicht dabei. Ein gestern bekanntgegebener Gehaltsverzicht seiner Profis von „bis zu 60 Prozent“ macht aber Hoffnung. Sollte ein solcher Klub auf diese Spielzeit verzichten, würde das einen großen Schatten werfen.
Eine wackelige Angelegenheit
Es wäre indes längst nicht der einzige. Es bleibt dabei: Wir reden derzeit, wie schon zu Beginn der Pandemie im Frühjahr, von Augenblickswahrheiten. Das Beispiel Alba Berlin mit gleich sechs infizierten Basketballern zeigt: Auch im Profisport bleibt coronakonformer Ligenbetrieb eine äußerst wackelige Angelegenheit. „Das wird keine normale Saison. Wir müssen sehr kreativ und flexibel sein“, ahnt Adler-Trainer Pavel Gross. Und allen DEL-Teams, die nun wirklich spielen wollen, muss klar sein: Auf Zuschauereinnahmen und das wichtige Spieltagssponsoring können sie definitiv nicht bauen. Für die Mannheimer beispielsweise wäre das aber wirtschaftlich sogar eher bewältigbar als aufwendige und personalintensive Konzepte für eine eher niedrige Zuschauerzahl.
Zweckgemeinschaft der Willigen
Jetzt aber erstmal das Testturnier. Die Erkenntnisse drumherum werden bedeutender sein als die sportlichen. Prognose: Wird es halbwegs unfallfrei zu Ende gespielt, hat auch die DEL-Meisterschaftssaison – diese Zweckgemeinschaft der Willigen – eine Chance. Aber wohl nur dann.